Wir haben alle schon mal von Freunden gehört, dass man auf die Bierdose klopfen soll, damit sie beim Öffnen nicht überschäumt, nachdem sie zum Beispiel beim Fahrradfahren durchgeschüttelt wurde. Dänische Forschende haben jetzt herausgefunden, dass das Klopfen nicht hilft.

Bisher gab es noch keinen wissenschaftlichen Beweis für oder gegen diese Theorie. Den bringen jetzt 12 dänische Forscherinnen und Forscher. Das Paper dazu wurde noch nicht begutachtet und wurde noch in keinem peer-reviewten Fachjournal veröffentlicht. Aber das Experiment ist gut nachvollziehbar, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Kathrin Sielker.

"Das klingt alles vielleicht lustig, aber es war ein ernst zunehmendes Experiment mit einem Team aus zum Beispiel Gesundheitswissenschaftlern und Chemikerinnen."
Kathrin Sielker, aus den Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Das Forscherteam hat rund 500 Bierdosen zwei Minuten lang auf eine Schüttelmaschine gestellt. Die anderen 500 Dosen wurden nicht durchgeschüttelt. Jeweils bei der Hälfte der geschüttelten und nicht geschüttelten Dosen wurde dreimal gegen die Seiten geschnippt. Dann wurden die Dosen geöffnet.

Bei den geschüttelten Dosen gingen im Schnitt rund drei Gramm Bier verloren, bei den nicht geschüttelten war es nur etwa ein halbes Gramm. Ob vorher gegen die Dosen geschnippt worden war oder nicht, machte keinen Unterschied.

Drei Mal Schnippen ist zu wenig

Im Inneren der Dose bilden sich beim Schütteln unter sehr viel Druck Kohlesäurebläschen, vor allem auf der Innenfläche der Dose. Diese werden durchs Schütteln größer. Reißt man dann die Dose auf, schießen die Bläschen nach oben und nehmen dabei auch sehr viel Bier mit. Die ursprüngliche Idee des Tippens ist, dass sich die Bläschen vorher von der Innenseite der Dose lösen könnten. Das klappt mit drei Mal Tippen aber nicht.

Dosen ruhen lassen

Die dänischen Forschenden sagen: Wer nicht will, dass das Bier überläuft, sollte nach einem Durchschütteln ein bisschen abwarten und die Dose ruhen lassen. Das übrige Bier aus dem dänischen Experiment wurde übrigens nicht verschwendet, sondern an Studierende und Mitarbeitende ausgegeben.