Bildungsurlaub, das klingt ein bisschen nach Excel-Kursen und Ärger mit der Firma. Beides lässt sich vermeiden. Lara Körber erklärt, wie das geht.

Wer angestellt ist, hat in der Regel ein Recht auf Bildungsurlaub. Die Details sind je nach Bundesland unterschiedlich geregelt. In den Freistaaten Sachsen und Bayern haben Angestellte dieses Recht allerdings nicht.

Lara Körber ist Mitgeschäftsführerin der A-Z Bildungszeit GmbH. Diese betreibt die Seite bildungsurlauber.de. In einer halben Minute könnt ihr dort checken, ob euch Bildungsurlaub grundsätzlich zusteht.

Bildungsurlaub trotz Pandemie

Lara sagt, es gebe deutschlandweit rund 27 Millionen Menschen, die grundsätzlich Anspruch auf fünf bis zehn Tage zusätzlichen Bildungsurlaub haben. Viele Anbieter hätten ihre Konzepte inzwischen dem Infektionsschutz während der Covid-19-Pandemie angepasst.

Jedem Bildungsurlaub liegt ein geprüftes didaktisches Konzept zu Grunde. Das sichere den Mehrwert für den Beruf, sagt Lara. Im Fokus können sogenannte Soft Skills stehen, also beispielsweise Stressbewältigung, mentales Training, Teambuilding oder Stärkung des Selbstvertrauens. Natürlich kann man sich aber auch weiterbilden in Sprachen, EDV oder anderen Fähigkeiten.

Sport- und Bewegungskurse gegen Stress und Haltungsschäden

Lara weist allerdings auch auf den Krankenreport der Krankenkasse DAK hin. Demzufolge sind ganz konkret Muskel- und Skeletterkrankungen und psychische Erkrankungen für ein Drittel der Ausfalltage verantwortlich (siehe PDF Seite 9). Yoga oder Sportkurse könnten da helfen.

Lara Körber, A-Z Bildungszeit GmbH, Mitgeschäftsführerin
© Paul Steuber
Lara Körber ist Mitgeschäftsführerin der A-Z Bildungszeit GmbH

Die Unternehmerin findet, dass jeder, der sich so weiterbildet, doch eigentlich eine besondere Form von Verantwortung zeigt. Sie fasst das in einer rhetorischen Frage zusammen: "Ist es nicht eigentlich hochprofessionell, für seine eigene körperliche und psychische Gesundheit Verantwortung zu tragen?"

Großes Angebot für Angestellte

Dabei muss das Urlaubsangebot keinen unmittelbarer Zusammenhang zum Arbeitsalltag haben. Lara nennt einige Beispiele: Marketingkurse, Kommunikationskurse, Sprachtraining, Sprachkurse, Führungskräftetraining, Wandern, Yoga mit Pferd, Rückenkurs auf Sylt oder Kräuterwanderungen. Sie sagt: "Diese Bildungsurlaube sind supervielfältig und können weltweit stattfinden."

"Bildungsurlaub muss nichts mit dem Beruf zu tun haben: Yoga, Pilates, Ernährungskurse, Sprachkurse, Stressmanagement, Führungskräftetraining. Da ist alles dabei."
Lara Körber, A-Z Bildungszeit GmbH, Mitgeschäftsführerin

Seitens der Arbeitgeber sei die Angst, dass Mitarbeitende fehlen, viel zu groß. Lara empfiehlt, spätestens acht Wochen vor Antritt des Bildungsurlaubs die Sache mit dem Arbeitgeber abzuklären. Je nach Bundesland gelten unterschiedliche Fristen. Pauschal ablehnen dürfe der Arbeitgeber den Antrag auf Bildungsurlaub nicht. Er kann aber betriebliche Gründen vorbringen, die gegen einen Bildungsurlaub sprechen.

Lara sagt: "Bildungsurlaub ist ein Recht. Der Arbeitgeber kann nicht einfach sagen: Ich erlaube dir das nicht." Ihr Wunsch: offene Kommunikation auf beiden Seiten.

"Generell sollte man das Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen, um über die gegenseitigen Bedürfnisse und die Möglichkeiten zu sprechen."
Lara Körber, A-Z Bildungszeit GmbH, Mitgeschäftsführerin