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Füchse, Wildschweine, Waschbären – in unseren Städten leben Wildtiere ganz nah bei uns. Wie sich die Tiere an die Stadt anpassen und was dabei für Konflikte entstehen, erklärt die Biologin Silke Voigt-Heucke in ihrem Vortrag.

Wildtiere leben seit jeher mit uns in unseren Städten. Wir freuen uns über das Vogelzwitschern am Morgen oder finden es spannend, abends einen Fuchs über die Straße huschen zu sehen. Aber wie ist das Leben in der Stadt eigentlich für die Tiere?

"In der Stadt gibt es viele unterschiedliche Habitate auf engem Raum und daher eine höhere Artenvielfalt als in dem von uns hochintensiv genutzten Agrarland."
Silke Voigt-Heucke, Biologin

Im Großen und Ganzen kommen Wildtiere in der Stadt gut zurecht, sagt die Biologin Silke Voigt-Heucke. Das liege auch daran, dass Städte im Gegensatz zu Agrarland eine hohe Habitatvielfalt aufweisen.

Viele Habitate auf engem Raum

"Häuserwände, Gräben, der Bahndamm, ein kleiner Garten, eine ungenutzte Brache – in der Stadt gibt es viele unterschiedliche kleinräumige Habitate auf engem Raum", erklärt die Biologin.

Und: Wildtiere passen ihr Verhalten den Herausforderungen in der Stadt an. Einige Vögel singen zum Beispiel lauter, um den Lärm in der Stadt zu übertönen, erklärt Silke Voigt-Heucke. Viele Tiere würden zudem eher nachts aktiv, weil dann weniger Menschen unterwegs sind.

Das veränderte Verhalten der Tiere in der Stadt führt bei einigen Arten sogar zu genetischen Veränderungen, so die Biologin.

"Auf der evolutionären Ebene können diese Verhaltensanpassungen zu genetischen Veränderungen führen. Das ist beispielsweise bei der Amsel, bei Wildschweinen und auch bei Rotfüchsen der Fall."
Silke Voigt-Heucke, Biologin

Aber Wildtiere in der Stadt führen auch zu Konflikten.

Konflikte sind vorprogrammiert

Zum Beispiel, wenn Füchse Hunde anfallen, Wildschweine den Müll durchwühlen oder Badegäste beklauen (unser Bild oben) oder ein Dachs den Garten umgräbt.

Wie wir gut mit diesen Konflikten umgehen können, das erklärt Silke Voigt-Heucke in ihrem Vortrag.

"Es kommt tatsächlich vor, dass Füchse Hunde anfallen. Und es gibt auch Menschenangriffe, die inzwischen verzeichnet wurden."
Silke Voigt-Heucke, Biologin

Silke Voigt-Heucke ist Biologin am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin und leitet dort das Projekt Wildtiernah Berlin. Ihren Vortrag "Mitten unter uns – Wildtiere als Teil städtischer Ökosysteme" hat sie am 1. April 2026 im Rahmen der Vortragsreihe "Stadtnatur kann’s! Gemeinsam lebenswerte und zukunftsfähige Städte gestalten" am Senckenberg Naturmuseum Frankfurt gehalten.

Info: Unser Bild zeigt ein Wildschwein samt Nachwuchs auf seiner erfolgreichen Suche nach Nahrung im August 2020 am Berliner Teufelsee.

Shownotes
Biologie
Wie sich Wildtiere an das Leben in der Stadt anpassen
vom 12. Juni 2026
Moderation: 
Nina Bust-Bartels
Vortragende: 
Silke Voigt-Heucke, Biologin, Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin
  • Beginn des Vortrags
  • Warum sind Städte für Wildtiere attraktiv?
  • Anpassungsstrategien von Wildtieren in der Stadt
  • Lärm und Licht in Städten
  • Zwischenfazit
  • Konflikte zwischen Mensch und Wildtieren in der Stadt
  • Das Projekt Wildtiernah-Berlin
Quellen aus der Folge: