Heute wird es laut: Und zwar genau um 11 Uhr. Zum ersten Mal seit 30 Jahren heulen (fast) deutschlandweit die Sirenen und Warn-Apps auf den Smartphones werden vibrieren. Mit dem Warntag will das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe die Bevölkerung auf mögliche Katastrophen besser vorbereiten.

Heute (10. September) ist Warntag. Um 11 Uhr werden alle Möglichkeiten, die Bevölkerung zu warnen, gleichzeitig getestet, so unsere Reporterin Rahel Klein. Dazu gehören die verschiedensten Sirenen, aber auch Warn-Apps wie zum Beispiel Nina, die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes. Ebenso verschickt die App Katwarn um 11 Uhr einen Alarm-Hinweis an alle User und Userinnen. Auch viele Fernseh- und Radiosender machen beim Warntag mit. In manchen Städten werden Lautsprecherwagen zu sehen und zu hören sein.

Mit dem Probealarm will das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) überprüfen, ob alle Menschen in Deutschland erreicht werden: Im Ernstfall ist das entscheidend. Auch will man testen, ob technisch alles funktioniert.

Warntag: Sirenen, Warn-Apps, Radio und Fernsehen

Das BKK hält den Warntag für nötig, weil die Bevölkerung nicht mehr besonders vertraut sei mit Warnungen und Alarmen. In den nächsten Jahren könnte es aber zum Beispiel häufiger zu Naturkatastrophen kommen als Folge der Klimakrise. Weitere mögliche Szenarien sind Unfälle in chemischen Betrieben oder bei Bahn, ebenso Blackouts. Aber eben auch Terror-Angriffe, so Christoph Unger vom BKK.

"Es gibt viele Szenerien, die wir sehen, bis hin zum terroristischen Angriff. Auch darauf müssen wir uns einstellen."

Der Warntag soll ab 2020 jährlich am zweiten Donnerstag im September stattfinden. Dann ertönt – wie heute auch – um 11 Uhr eine Minute lang ein Heulton: ein an- und abschwellender Ton. Dieser Katastrophen-Alarm warnt zum Beispiel vor Unwetter und Hochwasser, aber auch vor einem Terroranschlag. Danach folgt der Feuerwehr-Ton und als drittes ist der Entwarn-Ton zu hören. Der ertönt um 11.20 Uhr für eine Minute lang: Damit ist der Probealarm zu Ende.

Warntag: Ab sofort jeden zweiten Donnerstag im September

Aber nicht überall werden Sirenen ertönen. Die Bundesregierung hatte nach dem Ende des Kalten Krieges das Sirenen-Netzwerk aufgegeben, so Rahel Klein. Nicht alle Kommunen haben die Sirenen weitergeführt. In Berlin zum Beispiel gibt es keine öffentlichen Sirenen mehr, so Rahel Klein: "Da wird man heute keine Sirenen hören."

Deshalb sind auch Warn-Apps mittlerweile sehr wichtig. Die App Nina nutzen aktuell knapp 8 Millionen Menschen in Deutschland. Das BBK möchte erreichen, dass noch mehr Smartphonebesitzer und -besitzerinnen sich Warn-Apps installieren.

Mehr Infos findet ihr auf der Webseite des BKK und auf den Seiten der Bundesregierung.