Mervy Kay ist Studentin und trägt selbst Burkini, wenn sie schwimmen geht. Für sie ist das Kleidungsstück ein Mittel zur Integration. Denn ohne wäre sie ausgeschlossen, wenn ihre Freundinnen ins Schwimmbad gehen.

Burkini-Verbot in Frankreich und Burka-Verbot in Deutschland - die Debatten werden gerne mal vermischt. Für Mervy Kay völlig unverständlich. Die Studentin trägt, wie viele andere Muslima auch, Kopftuch und geht im Burkini ins Schwimmbad. Der Burkini, so sagt Mervy, ermöglicht es ihr an der Gesellschaft teilzunehmen.

"Jemand, der Kopftuch trägt, zieht nicht einfach sein Kopftuch aus, weil er schwimmen geht."
​​Mervy Kay, Bloggerin

Die Burka hingegen steht für eine strengere Auslegung der Religion. Sie wird vor allem von Frauen getragen, die den Islam konservativer auslegen oder religiöser sind. Die Burka zu verbieten, hält Mervy für falsch. Denn es gehe den Staat nichts an, was man anzieht oder wie man rumlaufen möchte.

Damit Mervy ohne Burkini schwimmen gehen könnte, bräuchte es Frauenschwimmbäder - oder mehr Schwimmzeiten nur für Frauen. Viele Saunabetreiber und Schwimmbäder bieten so etwas zwar an, aber nur einmal die Woche für wenige Stunden.

"Solange da Männer sind, muss man sich irgendwie bedecken. Da ist es besser, eine Burkini anzuziehen als mit Klamotten ins Wasser."
​​Mervy Kay bloggt und ist auf Twitter unter @primamuslima zu finden

Burkini als Mittel zur Integration

Was Mervy widersprüchlich findet: Auf der einen Seite wird Frauen unterstellt, sie ließen sich durch Kleidungsvorschriften unterdrücken - gleichzeitig will man ihnen aber per Gesetz bestimmte Kleidungsstücke verbieten. Zudem würden konservativere Vertreter des Islam den Frauen das Schwimmen grundsätzlich nicht erlauben. Dass die Frauen es trotzdem tun, ist damit schon eine Befreiung aus dieser konservativen Welt - ermöglicht durch das Tragen einer Burkini. Ein Burkini-Verbot wäre für Mervy eher ein Rückschritt in der Entwicklung und Integration.

Mervy selbst hat im Burkini bisher nur positive Erfahrungen gemacht, weil sie sich vor allem in Gruppen aufgehalten hat, sagt sie. Trotzdem hat sie es schon erlebt, dass Bademeister sie zur Seite genommen haben, um sie darauf hinzuweisen, dass sich Gäste beschwert hätten. Meist aber verbunden mit dem Hinweis, sie könne sich sofort an die Bademeister wenden, wenn sie Hilfe benötige.

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