Cannabis legalisieren? Auf jeden Fall! Sagt ein Rechtsanwalt, der sich auf Rauschgiftdelikte spezialisiert hat. Die negativen Folgen der Strafverfolgung seien schlimmer als die Droge selbst.

Cannabisgebrauch strafrechtlich zu verfolgen, das hat Nebenwirkungen, sagt Sebastian Glathe. Er ist Rechtsanwalt in Freiburg und arbeitet vor allem als Verteidiger in Strafverfahren, bei denen es um den Konsum von Cannabis geht.

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Sebastian Glathe, Rechtsanwalt

In seinem Vortrag erzählt er aus der Praxis, von den Fällen, die ihm täglich unterkommen: Von dem 40-jährigen Angestellten, der abends zur Entspannung einen Joint raucht - selbst angebaut im Kleiderschrank - und dafür eine Bewährungsstrafe bekommt. Von dem jungen Studenten, der seine Rückenschmerzen mit Kiffen behandelt. Oder der alleinerziehenden Mutter, die Marihuanazigaretten ihres jugendlichen Sohnes duldet - und es dafür mit dem Jugendamt zu tun bekommt.

Cannabiskonsum muss legalisiert werden!

Einträge ins Führungszeugnis, Führerscheinentzug, Bewährungsstrafen, Jobverlust. Völlig unverhältnismäßig findet Glathe diese Konsequenzen. Seine Schlussfolgerung ist eindeutig: Cannabiskonsum muss legalisiert werden! "Cannabis und Strafrecht: Unerwünschte Effekte der Cannabisprohibition", heißt der Vortrag, den Sebastian Glathe am 16. April 2015 auf dem XIX. Symposium der Gesellschaft für Toxikologische und Forensische Chemie in Mosbach gehalten.

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