Jedes Mal, wenn Apple ein neues iPhone vorstellt, ist der Ansturm riesig. Dabei sind die Geräte alles andere als Schnäppchen: Der Mindestpreis fürs neue iPhone 6 liegt - ohne Vertrag - bei knapp 700 Euro. Es geht aber auch anders: Chinesische Hersteller bieten ihre Geräte auch hier bei uns in Deutschland an. Und das zu Preisen ab etwa 80 Euro. Aber was taugen die Billig-Smartphones? Wir haben das den Technik-Journalisten Jörg Brunsmann gefragt.

Doogee, Cubot, Xiaomi oder Blackview sind chinesische Smartphone-Hersteller. Hierzulande kennt die kaum jemand. In China ist Xiaomi Marktführer - der Konzern hat 2013 17 Millionen Geräte verkauft. Die Smartphones sind für den chinesischen Markt konzipiert. Und das heißt auch, dass sie teilweise etwas anders ausgestattet sind, als wir das gewohnt sind. Die aktuelle Mobilfunktechnik LTE ist hier noch kaum verbreitet, dafür haben nahezu alle Geräte die Dual-Sim-Funktion an Bord. Mit der kann man zwei Handykarten parallel nutzen.

​Warum sind die Geräte bei uns so günstig?

"Ein Grund dafür ist, dass die Firmen den europäischen Markt noch gar nicht im Visier haben. Daher entfallen die Kosten für Werbung und Marketing."
Jörg Brunsmann, Technik-Journalist

​Was darf man von einem 80-Euro-Handy erwarten?

80 Euro sind auch für chinesische Verhältnisse recht wenig Geld. Es sind Geräte, die unserem technischen Stand von vor ein bis zwei Jahren entsprechen. Auf ein hochauflösendes Display muss man also verzichten. Die Prozessoren sind nicht sonderlich schnell. Und die Kamera ist gerade noch gut genug für Schnappschüsse. Was die Qualität der Verarbeitung angeht, gibt es je nach Hersteller und Gerät große Unterschiede, sagt Jörg Brunsmann.

Kann man die Geräte überhaupt bei uns nutzen?

"Ja. Man kann das Gerät einfach auf die deutsche Sprache umstellen und auch Daten von anderen Android-Geräten importieren."
Jörg Brunsmann, Technik-Journalist