Wer in diesen Tagen ein Smartphone, einen Kühlschrank oder eine Spielekonsole bestellt hat, muss mit einer längeren Wartezeit rechnen. Denn derzeit herrscht ein großer Chip-Mangel auf dem Markt und ohne Chip laufen viele Geräte nicht.

Nicht nur Smartphones, Laptops oder Spielekonsolen, sondern auch Fernseher, Autos oder die meisten Haushaltsgeräte laufen mittlerweile nur noch mit Chips. Die sind derzeit aber auf dem gesamten Markt Mangelwarte. Und das nicht nur aufgrund der Corona-Pandemie und der damit gestiegenen Nachfrage nach einer Home-Schooling- und Home-Office-Ausrüstung.

Naturkatastrophen und Sanktionen

Zuletzt gab es einige unglückliche Vorfälle, die dazu geführt haben, dass die Chipproduktion derzeit nicht einwandfrei laufen kann. Beispielsweise gab es Anfang des Jahres einen starken Schneesturm in Texas, der in einem Halbleiterwerk zu einem Wassermangel geführt hat und so die Produktion eingeschränkt hat. In Japan sind in zwei Chipfabriken Feuer ausgebrochen, deren Folgen ebenfalls die Chipmenge auf dem weltweiten Markt eingeschränkt haben.

Auch die Sanktionen, die vergangenes Jahr von den USA gegen China eingeführt wurden, machen sich nun bei der Chipproduktion bemerkbar. Einige chinesische Herstellerinnen und Hersteller hatten als Reaktion auf die Sanktionen große Mengen an Halbleitern, also Chips, aufgekauft, die dem Produktionsmarkt nun anderswo fehlen.

Längere Wartezeiten, höhere Preise

Für uns als Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet dies nun konkret: Die bestellten Geräte könnten nicht übermorgen, sondern vielleicht erst in einigen Wochen oder sogar Monaten ankommen, sagt Sebastian Klöß vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, der dort als Bereichsleiter der Consumer Technology tätig ist.

"Das heißt, mein Lieblingsgerät ist vielleicht aktuell nicht in den nächsten Tagen lieferbar, sondern erst in zwei, drei, vier Wochen. Vielleicht auch erst in zwei Monaten."
Sebastian Klöß, Bereichsleiter Consumer Technology bei Bitkom

Zudem würden einige Händler von steigenden Preisen berichten, sagt Sebastian Klöß. Das Vergleichsportal Idealo spricht ebenfalls von einer Preiserhöhung zwischen zehn und 30 Prozent.

Die steigenden Preise seien laut Sebastian Klöß nicht nur auf den Chipmangel, sondern auf die derzeit grundsätzlich hohe Nachfrage nach IT- und Elektrogeräten zurückzuführen. Ein weiterer Grund für höhere Preise ist, dass einige Hersteller nun versuchen, ihre Geräte so umzukonstruieren, dass sie weniger Chips benötigen. Dieser erhöhte Produktionsaufwand macht sich dann in den Preisen bemerkbar.

Umstieg auf Second-Hand-Ware

Wer nicht sofort auf das gewünschte Gerät angewiesen ist, kann warten. Vermutlich wird der Mangel jedoch erst im kommenden Jahr behoben sein, prognostiziert Sebastian Klöß. Eine Alternative zum Warten ist deshalb zum einen, nach dem gleichen Produkt bei einer anderen Marke zu suchen oder auf gebrauchte Geräte zurückzugreifen.