Darauf haben Filmfans weltweit seit Ausbruch der Corona-Pandemie und dem Shutdown der Kinos gewartet: ein Blockbuster auf der Leinwand, ein Film von einem der ganz Großen der Branche. Am Mittwoch (26.8.2020) startet "Tenet" von Christopher Nolan. Ein wahrer Testballon-Film – und sehr wichtig für die ganze Branche.

Wenn "Tenet" nicht funktioniert, nicht in der Lage ist, so viele Menschen, wie die Abstandsregeln zulassen, in die Kinos zu locken, wenn dieser Film an den Kassen floppt, weil eben doch noch nicht so viele Menschen wieder ins Kino möchten, dann wäre es vermutlich das Ende für große teure Filme – zumindest für den Rest des Jahres.

Die Branche guckt also ganz genau hin: Das Filmstudio Warner Bros. traut sich mit "Tenet" einen 200 Millionen Dollar Science-Fiction-Blockbuster rauszubringen, als erster Verleih seit Ausbruch der Pandemie. Kann der sein Geld trotz der hohen Attraktivität (Regisseur Christopher Nolan, Hauptdarsteller Robert Pattinson und John David Washington) nicht einspielen, werden wohl alle teuren Filme auf unbestimmte Zeit Richtung "irgendwann 2021" verschoben. Mindestens.

Die Branche guckt ganz genau hin

Die große Frage: Hat ausgerechnet dieser Film das Zeug dazu, Massen in Kinos zu locken? Er ist keine leichte Marvel-Kost, auch keine neue Batman-Trilogie von Nolan, sondern eher einer seiner Filme, der in eine Reihe passt mit "Memento", "Inception" und "Interstellar". Ein Geheimagent (Washington), der mithilfe eines Kollegen (Pattinson) einem russischen Mafiaboss (Kenneth Branagh) hinterherjagt, der in der Lage ist, aktiv rückwärts durch die Zeit zu reisen, indem er sie durch eine Technologie aus der Zukunft umkehrt ("invertiert"). Sehr komplex bis extrem kompliziert zu begreifen. Ein Film, den man also nicht mit einer Tüte Popcorn nebenbei wegguckt.

Wir beschäftigen uns in dieser Ausgabe Eine Stunde Film ausführlich mit diesem neuen "Brain-Fuck" á la Nolan und sprechen auch mit den beiden Hauptdarstellern Robert Pattinson und John David Washington (Sohn von Denzel Washington) über das, was sie beim Dreh erlebt haben.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Als Alternative dazu neu im Kino: "Still Here", ein Drama nach einer wahren Begebenheit mit Maurice McRae und Zazie Beetz, über einen Vater, der seine plötzlich spurlos verschwundene Tochter erst auf eigene Faust und dann mithilfe eines engagierten Journalisten zu suchen beginnt.

Dazu: "Lovecut", ein österreichisch-schweizer Coming-of-Age-Drama über verschiedene Arten, jung mit dem Thema Sexualität umzugehen. Ein Film, der in seiner ungeschliffenen, puristischen Art sehr an Larry Clarks "Kids" von 1995 erinnert. Es ist der Debüt-Film der beiden jungen Regisseurinnen Iliana Estañol und Johanna Lietha. "Lovecut" hat auf dem diesjährigen Filmfestival Max-Ophüls-Preis die Auszeichnung für das beste Drehbuch bekommen.