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Ciara Burns ist über den Atlantik gerudert: 42 Tage lang, von Teneriffa nach Antigua. Der Wechsel aus Pausieren und Rudern war immer gleich. Viel Luxus bietet ein solches Abenteuer nicht. Trotzdem sagt sie: "Auf dem Meer war ich glücklich."

Einer der wohl skurrilsten Moment ereignete sich in der ersten Woche. In diesen Tagen muss der Körper sich an den neuen Biorhythmus auf See einstellen. Drei Stunden lang wird gerudert, dann drei Stunden pausiert, wieder drei Stunden gerudert, drei Stunden pausiert und so weiter. "Der Körper ist wach, der Körper rudert, aber der Geist ist nicht wach, man träumt", sagt Ciara Burns.

Der Körper reagiert gerade am Anfang auf diese besonderen Herausforderungen und sorgt eben für skurrile Momente in Form von Halluzinationen. "In der ersten Woche war das bei allen so", sagt Ciara Burns. "Bei mir ist im Wasser ein Rolls-Royce vorgefahren, ein Chauffeur ist ausgestiegen und hat gefragt, ob ich einsteigen möchte." Bei einer Mit-Rudererin wurde der Pulli kurzerhand zum Hund und entsprechend gestreichelt.

"Es gibt nicht viele, die eine solche Überfahrt durchziehen. Und das verbindet."
Atlantik-Rudererin Ciara Burns

Die Studentin der TU Wien ist mit elf anderen Personen über den Atlantik gerudert. Ihr Boot war gerade mal etwa zwölf Meter lang und zwei Meter breit, wobei den meisten Raum die Ruderplätze einnehmen. Nur an Bug und Heck befanden zwei winzige Schlafkabinen, in denen jeweils drei Personen gerade so Platz finden konnten, um sich auszuruhen, während die anderen sechs rudern mussten. Der engste Schlafplatz hat auch gleich einen Spitznamen bekommen. "Den haben wir liebevoll den Sarg genannt", sagt Ciara Burns.

"Es war unmöglich, Ordnung zu halten."
Atlantik-Rudererin Ciara Burns

Sieben Wochen war die Crew unterwegs – von Ende März bis Anfang Mai 2021. Gerudert wurde dabei Tag und Nacht, wobei es Ciara vor allem die sternenklaren Nächte und die Farbe des Ozeans angetan haben. "Das Blau des Meeres kann man nicht beschreiben", sagt sie.

Insgesamt hat sich die Studentin zwei Jahre auf die Überfahrt vorbereitet. Richtig gefährlich sei es nie geworden, sagt sie. Dabei seien die psychischen Herausforderungen noch anspruchsvoller als die physische Belastung gewesen. "Ich habe versucht, mich vorher auf alle erdenklichen Ereignisse vorzubereiten."

"Man darf keine Angst haben, sonst trifft man die falschen Entscheidungen. Aber man darf auch nicht respektlos sein."
Atlantik-Rudererin Ciara Burns

Herausforderungen gab es bei der Überfahrt genug: Dazu gehören Schurkenwellen, die das Boot zum Kentern bringen können genauso wie die regelmäßigen Bade-Sessions im Atlantik, die notwendig waren, um das Boot von außen zu reinigen.

Im Deep Talk mit Sven Preger spricht Ciara Burns über die Herausforderungen auf hoher See, über den Sternenhimmel, und darüber, was sie über sich gelernt hat.