Abstand halten, Hände wachsen, Hygienevorschriften - das wird uns noch lange begleiten. Lockerungen der Corona- Maßnahmen sind zwar langsam in Sicht, doch für Gesundheitsminister Jens Spahn geht Kontrolle vor. Seinen Plan hat er heute vorgestellt.

Nach vier Wochen Kontaktsperre zeigen sich die ersten Erfolge. Die Infektionsrate geht zurück, die Zahl der Genesenen steigt. Besiegt ist das Virus allerdings noch lange nicht. Gesundheitsminister Jens Spahn warnt davor, sich zu sehr auf die Lockerungen zu fokussieren. Heute (20.04.2020) erarbeitete das Corona-Kabinett einen zehn Punkte Plan für die nähere Zukunft.

"Während alle über Lockerungen sprechen, geht es dem Gesundheitsminister vor allem darum, die Kontrolle über das Virus zu behalten."
Klaus Remme, Deutschlandfunk-Nova-Korrespondent Hauptstadtstudio

Jens Spahn machte klar: Dreh- und Angelpunkt der Wissenslage über das Infektionsrisiko, sei der öffentliche Gesundheitsdienst, sagt Deutschlandfunk-Nova-Korrespondent Klaus Remme. Darum stehe im Fokus des Zehn Punkte Plans die Stärkung des öffentlichen Dienstes - und zwar digital, technisch und und personell.

Gesundheitsämter sollen stark gefördert werden

Gesundheitsminister Jens Spahn geht zwar davon aus, dass die rund 400 Gesundheitsämter derzeit noch nicht überlastet seien, dies könne sich aber ändern, sobald Lockerungen der Kontaktsperren durchgesetzt würden, erklärt Klaus Remme. Darum konzentriert sich der Zehn Punkte Plan vor allem auf die Unterstützung der Gesundheitsämter.

Digitale Reform

Gesundheitsminister Jens Spahn bemängelte vor allem die technische Ausrüstung vieler Gesundheitsämter. Diese solle durch die Förderung des Bundes nun verbessert werden. So sollten jedem Gesundheitsamt rund 150.000 Euro zur Verfügung gestellt werden, so Klaus Remme. Dadurch könnten Kommunikationswege modernisiert und digitalisiert werden, sodass ein Besuch etwa von einem Gesundheitsamt zum nächsten nicht mehr nötig ist.

Nachverfolgung von Infektionsketten

Neben der freiwilligen Tracing-App, will der Bund nun ein neues Projekt fördern und finanzieren. Um Infektionsketten besser nachverfolgen zu können, ist vorgesehen, Teams aus jeweils fünf Medizinstudierenden zusammenzustellen, die auf etwa 20.000 Einwohner gesetzt werden.

Spahn will Kontrolle über das Virus bewahren

Die Maßnahmen des Zehn Punkte Plans beziehen sich vor allem auf die Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes. So soll es für Kommunen bald einen Ansprechpartner beim Robert-Koch-Instituts geben. Sollte es im Falle der Lockerungen der Maßnahmen zu steigenden Infektionszahlen kommen, so müsse dieser bereit stehen, erklärt Klaus Remme. Die Beschleunigung der Meldewege und die Digitalisierung sei dafür im Fokus des Gesundheitsministers. Eine Rückkehr zum Normalzustand sei für ihn noch lange nicht in Sicht.