Influencer leben glamourös, tragen schicke Klamotten, fahren schnelle Autos, jetten um die Welt. Jetzt allerdings sind Modeshows, Messen und Promi-Treffen mit Fans abgesagt. Fliegen ist auch nicht. Manche Influencer geraten in finanzielle Probleme, andere machen weiter wie bisher. Ein Blick auf die Social-Welt in der Pandemie.

Erfolgreiche Influencer haben zwar viele Follower, viele von ihnen sind aber trotzdem Normalverdiener. Durch die Absage von Auftritten bei Veranstaltungen brechen ihnen jetzt Werbeeinnahmen weg. Manche Influencer haben aktuell die gleichen finanzielle Sorgen wie andere Freiberufler auch.

Normalverdiener und reiche Influencer

Auf der anderen Seite gibt es auch die sehr wohlhabenden Influencer. Diese haben bereits genug Geld verdient, so dass ihnen die abgesagten Veranstaltungen existentiell nichts anhaben können.

"Manche Influencer machen gerade fast gar nichts, weil sie nicht wissen, was sie posten sollen."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

In der durch höhere Gewalt freigewordenen Zeit machen sich viele Influencer gerade rar, sagt Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Konstantin Köhler. Manche, die normalerweise in der ganzen Welt unterwegs sind, posten jetzt Home-Stories oder machen Werbung für Po-Duschen. In Zeiten, in denen Klopapier gehamstert wird, ist die ja vielleicht sogar nützlich. Natürlich gibt es aber auch Influencer, die sich intensiv und ernsthaft mit dem Coronavirus auseinandersetzen.

Eine Arbeit voller Widersprüche

Der häufig eher mondäne Lebensstil einiger Influencer, der ihre Follower offenbar auch interessiert, ist nicht gerade einfach in Einklang zu bringen mit der aktuellen Situation, in der es gerade vielen Menschen weltweit nicht gut geht – ob gesundheitlich, finanziell oder weil sie Ängste haben. Manche Influencer haben ihr Programm in der Corona-Krise sozusagen freiwillig umgestellt. Weil sie scheinbar verstanden haben, dass es gerade nicht so angebracht ist, Luxusgüter vorzustellen.

Andere sind da aber weniger sensibel. Die 32-jährige New Yorker Influencerin Arielle Charnas zum Beispiel steht gleich doppelt in der Kritik. Zum einen hat sie sich über Connections einen Corona-Test besorgt, obwohl der zu der Zeit in den USA gerade knapp war und andere Menschen ihn womöglich eher gebraucht hätten. Außerdem ist sie dann, nach einem positiven Testergebnis, auch noch entgegen der Empfehlung mit ihrer Familie in ein Haus auf der Insel Long Island gefahren. Dafür hat sie sich zwar danach entschuldigt. Bei Instagram und unter Tränen. Das kam für viele aber viel zu spät.

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Auch die Influencer Sarah und Dominic Harrison werden kritisiert, zum Beispiel von Oli Pocher. Weil sie trotz Corona Gute-Laune-Videos aus Dubai gepostet haben.

Influencer sind den Followern näher als Promis

Zwischen Promis und Influencern gibt es einen kleinen, aber feinen Unterschied. Influencer seien schöner als deine Freunde, aber sie seien dir näher als Celebrities, hat die Journalistin Zulie Rane im Onlinemagazin One-Zero geschrieben. Einerseits werden Influencer also dafür geliebt, dass sie attraktiv sind und um die Welt reisen und tolle Klamotten tragen und genau wissen, wie man sich schminkt. Andererseits wirkt genau das gerade unpassend, vor allem, wenn die Influencer eben auch als Freunde betrachtet werden.

"Freunde, die gerade jetzt Urlaub in Dubai machen, da würde ich mich fragen, ob die irgendwas nicht begriffen haben."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter
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