Manche würden sich gerne sozial engagieren, haben aber keine Zeit dazu. Wenn dann die eigene Firma ihre Mitarbeiter frei stellt für eine soziale Arbeit oder gar ausleiht an eine soziale Einrichtung zur Mitarbeit, ist das eine Win-Win-Win-Situation für die Mitarbeiter, die Firma und die Begünstigten.

Soziales Engagement von Unternehmen ist eine schöne Sache - für die Begünstigten und für das Unternehmen selbst. Meist können die Firmen ihre sozialen Events pressewirksam ausschlachten und damit ihr Image aufpolieren. Noch toller ist es, wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter für soziale Arbeit freistellen oder sie an soziale Einrichtungen sogar ausleihen. An diesem sogenannten Corporate Volunteering beteiligen sich drei Viertel aller großen deutschen Unternehmen.

Unsere Reporterin Elisabeth Veh hat sich die Corporate-Volunteering-Aktion eines Pharmaunternehmens angesehen. Bei der Wunschzettelaktion reichen Kinder ihre Wünsche ein, die dann von den Mitarbeiter besorgt werden. Überreicht werden die Geschenke bei einer gemeinsamen Bescherung.

"Es ist schön wenn man durch seinen kleinen Einsatz Kinderaugen zum Leuchten bringt."
Jörg Schulze, Management-Mitarbeiter eines Pharmaunternehmens

Eine solche Aktion stärkt auch das Gemeinschaftsgefühl unter den Mitarbeitern und gilt somit auch als Teambuilding-Maßnahme, die sich die Firmen beispielsweise über die Freiwilligenagenturen organisieren lassen. Das soziale Engagement hat aber seinen Preis. Und den sind manche Firmen, wie Renate Volk von der Freiwilligenagentur Tagendrang in München sagt, dann doch nicht bereit zu bezahlen.

Nachhaltigkeit bleibt manchmal auf der Strecke

Am schlimmsten sei, sagt Renate Volk, wenn die Unternehmen und ihre Mitarbeiter das soziale Engagement nur als Event betrachten und sich ihrer tatsächlichen Verantwortung für die Aufgaben, die sie übernommen haben, gar nicht bewusst sind. Da seien auch schon mal Aufgaben unerledigt am Ende des Tages liegen gelassen worden, um lieber den "Social Day" im Biergarten ausklingen zu lassen.

"Wir versuchen ständig neue Talente zu gewinnen. Und bei dem Wertewandel in unserer Gesellschaft wird es für die Menschen immer wichtiger, dass sich Unternehmen dahingehend engagieren."
Jörg Schulze, Management-Mitarbeiter eines Pharmaunternehmens

Mit der sozialen Verantwortung, die auch Geldspenden an soziale Einrichtungen umfasst, poliert das Pharmaunternehmen sein Image auf. Mit der Corporate Social Responsibility kann das Unternehmen beispielsweise beim Wettbewerb um die besten Fachkräfte punkten.

Dagegen zählt für Renate Volk vor allem, wenn das Corporate Volunteering auch nachhaltig ist, sich Unternehmen und Mitarbeiter langfristig für ein Projekt engagieren und so eine längerfristige Partnerschaft über den "Social Day" hinaus entstehen könne.

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