Schon wieder droht eine Mutante dominant zu werden: BA.2 heißt sie. Der Omikron-Subtyp verbreitet sich gerade in Dänemark und ist auch als "Tarnkappenvariante" bekannt.

Während in Deutschland und anderen Teilen der Welt BA.1 noch als dominante Omikronvariante gilt, hat sich in Dänemark bereits BA.2 durchgesetzt. Zugegeben, ganz so neu ist die Variante nicht: Bereits beim Auftreten von Omikron machte man sie als eine von drei Subtypen aus: BA.1, BA.2 und BA.3. Allerdings rückte BA.1 bald in den Fokus und gilt als vorherrschende Omikronvariante.

Aber wie unterscheiden sich die beiden Omikronvarianten untereinander? Zum einen hat BA.2 17 andere Mutationen im Vergleich zu BA.1. Dieser Unterschied ist in etwa so groß wie der zwischen dem Ursprungsvirus und der Aphamutante.

"Das Verrückte: Nur die eine Hälfte der Erbinformation ist mutiert, die andere Hälfte ist völlig identisch zu BA.1."
Julia Polke, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion

Was es bedeutet, dass nur eine Hälfte der Erbinformation von BA.2 mutiert ist und die andere nicht, das weiß man derzeit noch nicht.

BA.2 hat eigene "Tarnkappe"

Hinzu kommt, dass BA.2 über eine Art Tarnkappe verfügt, daher wird sie auch öfter als "Tarnkappenvariante" bezeichnet. Diese "Tarnkappe" ist vermutlich auch der Grund dafür, warum man den Subtyp so spät identifizieren konnte: Ein einfacher PCR-Test lässt durch die Tarnkappe wenig Aufschluss darüber, ob es sich um eine Deltavariante oder eine Omikronvariante handelt.

"Wegen dieser Art "Tarnkappe" hat man diese Variante vermutlich auch erst später erkannt."
Julia Polke, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion

Um herauszufinden, ob es sich um BA.2 handelt, muss das gesamte Erbgut des Virus sequenziert werden – Buchstabe um Buchstabe. Das wird in Deutschland nicht so häufig gemacht wie in Dänemark.

BA.2 könnte etwas ansteckender sein als BA.1

Vieles kann man noch nicht mit Sicherheit sagen: Zum Beispiel, ob die Variante die Immunabwehr besser umgehen kann oder vielleicht zu schwereren Krankheitsverläufen führt. Unsicher ist auch, ob eine Infektion mit BA.1 vor einer Infektion mit BA.2 schützt.

Erste Erkenntnisse aus Dänemark allerdings zeigen, dass BA.2 ansteckender sein könnte als BA.1. Aktuell gehen Forschende trotzdem davon aus, dass die Impfung gut vor schweren Krankheitsverläufen schützt. (Die aktuelle Statistik zu den täglich durchgeführten Impfungen in Deutschland laut RKI siehe "Externer Inhalt".)

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Ob BA.2 auch in Deutschland und in anderen Ländern vorherrschende Variante wird, zeigt sich in den kommenden Wochen. Großbritannien hat BA.2 bereits als "unter Beobachtung stehende" Variante eingestuft. Es kann also sein, dass BA.2 einen eigenen Buchstaben im griechischen Alphabet bekommt.

  • Moderation:  Jenni Gärtner
  • Gesprächspartnerin:  Julia Polke, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion