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Kazuo Ishiguro erzählt in seinem Roman "Klara und die Sonne" die Geschichte der Künstlichen Freundin Klara. Doch Klara ist mehr als nur eine gefühllose Maschine. Sie ahnt, dass sie für eine ganz bestimmte Aufgabe ausgesucht wurde.

Klara erwacht oder wird vielmehr aktiviert, als Kundschaft in den Laden für derartige Roboter kommt. Es ist Josie mit ihrer Mutter. Das Mädchen will Klara unbedingt haben – und irgendwie will Klara auch zu dem Mädchen, obwohl Künstliche Freundinnen so etwas wie Wünsche oder Gefühle gar nicht haben.

"Als Künstliche Freundin verbringt sie eine begrenzte Laufzeit an der Seite eines Kindes, dessen Eltern sich das leisten können."
Lydia Herms, Deutschlandfunk-Nova-Rezensentin

In der Produktbeschreibung zu Klara heißt es, sie sei "empathisch" und "hoffnungsvoll". Sie wird gekauft, und Josie ist vom ersten Tag an von ihr begeistert.

Aus Sicht der Maschine

Der Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro eröffnet uns mit "Klara und die Sonne" eine fiktive Welt, die wir nicht kennen. Er beschreibt, wie eine Maschine uns Menschen sieht, welche Schlüsse sie daraus zieht und was sie "fühlt".

Dabei bekommt Klara eine klar definierte Aufgabe: Sie soll einfach nur da sein, Josie genau beobachten und jedes Detail und jede Eigenart abspeichern. Klara weiß nur, dass Josie krank ist, erfährt aber nicht, welche Krankheit sie hat. Auch nicht, warum sie Josie so genau beobachten soll. Aber Klara ahnt, dass damit ihre Aufgabe längst nicht erfüllt sein wird.

Das Buch

"Klara und die Sonne" (Originaltitel: "Klara And The Sun") von Kazuo Ishiguro, aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Barbara Schaden, erschienen bei Blessing, 350 Seiten, gebundene Ausgabe (Hardcover): 24 Euro, E-Book: 18,99 Euro, Hörbuch-Download: ca. 14 Euro, CD: ca. 15 Euro, gelesen von Johanna Wokalek; ET: 15.03.2021

Lydia Herms hat auch "Alles, was wir geben mussten" von Kazuo Ishiguro rezensiert, in dem es um Klone geht.