Vor allem Schülerinnen und Schüler haben in Aachen für den Klimaschutz demonstriert. Eltern und Großeltern durften aber auch mitmachen. Es war die bisher größte Demonstration der Bewegung.

Tausende haben sich in Aachen an einer Demonstration der Klimaschutzbewegung Fridays for Future beteiligt. Die Organisatoren sprachen von rund 40.000 Teilnehmern und der damit größten Demonstration der Bewegung in Deutschland. Eine Polizeisprecherin ging am Mittag zunächst davon aus, dass die angemeldete Zahl von 10.000 bis 20.000 erreicht werde.

Auf Transparenten, in Sprechchören und Reden forderten die Teilnehmer ein schnelles Abschalten der Kohlekraftwerke und andere einschneidende Schritte zur Begrenzung der Erderwärmung. Nicht nur Schülerinnen und Schüler waren in Aachen unterwegs, auch Eltern und Großeltern waren an der Demonstration beteiligt.

Internationaler Protest

Unsere Reporterin Vivien Leue hat die Demo als Kombination von Protest und Party erlebt. Teilnehmer und Organisatoren haben dort vor allem den länderübergreifenden Charakter ihres Anliegens betont und dass sie sich dauerhaft – also nicht nur an diesem langen Wochenende – dafür einsetzen werden. Die Bewegung gibt es seit August 2018.

Sie begann, als die schwedische Schülerin Greta Thunberg in den Klimastreik trat, freitags nicht mehr zur Schule ging und sich ihr nach und nach Schülerinnen und Schüler anschlossen. In Deutschland fordert die Bewegung einen raschen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung, die Senkung der Treibhausgasemissionen bis 2035 auf netto null und eine vollständige Deckung des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien bis 2035.

"Fridays for Future stehen dafür, weit früher als 2030 aus der Braunkohle auszusteigen und ganz schnell diese Kraftwerke abzustoßen."
Vivien Leue, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Noch 2017 war Deutschland nach Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe der weltweit größte Braunkohleproduzent. Aachen ist deswegen ein guter Ort für Proteste, weil 2017 noch rund 91,25 Millionen Tonnen Braunkohle aus dem Boden des rheinischen Reviers geholt wurden.

Kein Durchkommen für Aktivisten

Rund 40 Kilometer entfernt, am Tagebau Garzweiler, versuchten Aktivisten des Bündnisses Ende Gelände auf das Gebiet eines nahen Braunkohletagebaus vorzudringen. Die Polizei sperrte für mehrere Stunden den Bahnhof Viersen am Niederrhein, nachdem sich etwa 1000 Aktivisten auf den Weg dorthin gemacht hatten. Ihre Protestform ist eine Stufe aggressiver. Das Bündnis setzt auf zivilen Ungehorsam. Viele, die mitmachen, nehmen es in Kauf, bei ihren Aktionen in den Tagebaugebieten Hausfriedensbruch zu begehen.

"Das Bündnis Ende Gelände hat versucht, in einen Tagebau einzudringen. Da sind sie nicht hingekommen, weil die Polizei Zugverbindungen gesperrt hat, aber sie werden es weiter versuchen."
Vivien Leue, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin