Pegida hier, Legida da, Gegendemos dort. Gefühlt täglich wird seit Dezember in Deutschland demonstriert. Die Ordnungshüter der Polizei haben zurzeit sehr viel zu tun.

Ohne die Absicherung durch die Ordnungshüter würde so manche Demonstration ausarten. Der Einsatz der Polizei ist also gut und wichtig. Nur: Was kostet das eigentlich alles? 30 Euro pro Polizist pro Stunde, sagt Oliver Malchow, der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei. Beim letzten Einsatz in Dresden waren zum Beispiel 40 Hundertschaften im Einsatz.

"Der Einsatz in Dresden kostete etwa 132.000 Euro pro Stunde."
Oliver Malchow, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei

Dazu kommen die Transportkosten: Die Polizisten reisten aus verschiedenen Bundesländern an. Haben sie bei all den Demos überhaupt noch Zeit für andere Dinge? Die Situation ist durchaus schwierig, sagt Malchow. Es gebe schlichtweg zu wenig Personal - für die Streifen und die Spezialeinheiten. Auch schon vor Pegida und Co. hätte man mehr Leute gebraucht. Nur: Jetzt erst spreche man drüber.

"In den letzten 15 Jahren wurden 16.000 Stellen abgebaut. Die fehlen. Das Problem wird jetzt richtig markant, wo auch die Fußballsaison wieder anfängt."
Oliver Malchow

Die Polizisten beobachten die Lage an einem Veranstaltungsort natürlich schon lange vor Beginn der eigentlichen Versammlung, sagt Malchow. Mit den Veranstaltern der Demo und mit der Veranstaltungsbehörde gebe es Gespräche, welche Maßnahmen sich im Vorfeld ergreifen lassen. Bestes Beispiel: die Absprache der Marschwege der Demo- und der Gegendemo-Bewegung. Ausreichend Personal auf der Straße mache allein schon optisch deutlich, dass die Polizei Ausschreitungen nicht dulden wird.

Manchmal hilft das aber alles nichts und es kommt doch zu Konfrontationen - gegen die Polizei. Die Kollegen, die vor Ort im Einsatz sind, haben gelernt, wie man Eskalationen vermeidet. Sie sind angewiesen, die Nerven zu behalten und ruhig zu bleiben - auch, wenn sie Beschimpfungen erleiden und attackiert werden. Die Polizisten werden trainiert, eine gewisse Hemmschwelle auszuhalten, sagt Malchow. Das bringe aber langfristig auch Probleme mit sich.

"Wenn man regelmäßig beleidigt wird, macht das etwas mit dir. Da geht es dir nicht gut. Da muss man intern drauf aufpassen und Gespräche führen."
Oliver Malchow