Die Bundesregierung lässt Waffen werden in den Nordirak liefern. Darunter 30 Panzerabwehrraketen, 16.000 Sturmgewehre, 240 Panzerfäuste und 10.000 Handgranaten. Wie das abläuft und was mit den Waffen passiert, erklärt Thomas Wiegold.

Die Waffenlieferungen seien in drei Tranchen aufgeteilt, sagt Thomas Wiegold. Schon die erste Lieferung sei darauf ausgelegt, einen größeren Verband von 4000 Mann auszustatten.

Für den Großteil der Waffen bräuchten die kurdischen Kämpfer der Peschmerga-Milizen keine Ausbildung. Bei den Panzerabwehrrakten sei das anders: Die kurdischen Kämpfer sollen die Handhabe dieser Panzerabwehrraketen in Deutschland lernen.

Die Zukunft der Waffen

Eine Sache, die die Bundesregierung nicht unter Kontrolle hat, ist das was mit den Waffen passiert, wenn sie irgendwann nicht mehr gebraucht werden.

"Das Grundproblem kann die Bundesregierung nicht lösen. Bei den Panzerfäusten, den Abwehrraketen ist man abhängig von der mitgelieferten Munition. Ist die Munition verbraucht, dann sind die Geräte wertlos."

Anders sehe das bei den Sturmgewehren aus. Dafür gebe es reichlich Munition auf dem Schwarzmarkt. Entsprechend könnten diese Waffen auch nach dem Konflikt noch woanders zu Einsatz kommen.

"In der Tat: Bei diesen Waffen weiß man nicht, was passiert damit in ein, zwei, drei Jahren. Da hofft die Bundesregierung darauf, dass nicht alles auf einmal geliefert wird, sondern nach Bedarf."

Die Geschichte der deutschen Waffenlieferungen

Ganz neu ist es übrigens nicht, dass Deutschland so unmittelbar in einen Konflikt eingreift, erklärt Thomas Wiegold. Deutschland hat schon U-Boote nach Israel geliefert. Im Golfkrieg 1991 hat Deutschland Flugabwehrsysteme an Israel geliefert. Und vor einigen Jahren gingen deutsche Kampfhubschrauber an den Irak.