Die Bahn steigt massiv ins Geschäft mit Busreisen ein, aber auch die Konkurrenz schläft nicht - was das für den Verbraucher und die Umwelt bedeutet.

Die Bahn will ihr Fernbus-Angebot ausbauen - um sich besser gegen die Konkurrenz der deutlich billigeren Fernbusreisen-Anbieter wehren zu können. Denn durch die entgingen der Bahn Schätzungen zufolge im vergangenen Jahr an die 120 Millionen Euro Umsatz. Jetzt will die Bahn etwas tun - und investiert in den Berlin Linienbus und den IC-Bus. Aber auch die Konkurrenz schläft nicht: Der Marktführer Flixbus will expandieren. Klar ist also: Der Markt für Fernbusse wächst weiter.

Anbieter locken mit Dumpingpreisen

Ob es durch die wachsende Konkurrenz zwangsläufig für den Verbraucher billiger wird, muss sich erst noch zeigen, sagt Marion Jungbluth, Expertin für Energie und Mobilität bei der Verbraucherzentrale. Schon jetzt lockten viele Anbieter mit Dumpingpreisen - kaum vorstellbar, dass es noch günstiger wird. Durch den Einstieg der Deutschen Bahn sei es allerdings wahrscheinlich, dass die Preise in der nächsten Zeit auf niedrigem Niveau bleiben.

Eines ist aber klar: Für den Verbraucher sind die Fernbusreisen attraktiv - 20 Millionen Fahrgäste im Jahr 2014 sprechen eine deutliche Sprache. Besonders interessant: 10 Prozent der Busreisenden sind vorher gar nicht unterwegs gewesen.

"Ich finde es gut, dass die Bahn handelt - und sich nicht weiter die Butter vom Brot nehmen lässt."
Marion Jungbluth, Expertin für Energie und Mobilität bei der Verbraucherzentrale

Marion Jungbluth hält es für richtig, dass die Bahn ins Geschäft einsteigt. Vor allem wenn sie ihre Busfahrten als Verlängerung der Schiene begreift- also Fahrten an Orte anbietet, die nicht an die Schiene angebunden sind. Was nicht passieren darf: Die Bahn darf sich nicht selber kannibalisieren. Also Bahnverbindungen einstellen, weil die Kunden dieselbe Strecke lieber im Bus absolvieren.

Neben Komfort und Kosten geht es bei der Entscheidung zwischen Bahn und Bus ja auch immer um die Frage nach den Folgen für die Umwelt. Klar ist: Fernbusse brauchen zurzeit noch Sprit. Besonders problematisch, wenn auf beliebten Strecken wie Berlin-Hamburg unzählige Busse verschiedener Anbieter unterwegs sind - und jeder nur mit vier oder fünf Passagieren über die Autobahn fährt. Da kürzlich die Unternehmen Mein Fernbus und Flixbus fusioniert sind, besteht immerhin die Hoffnung, dass die Zahl der Busse sinkt - und die dafür voll besetzt sind.