Frankreich wählt einen neuen Präsidenten oder eine neue Präsidentin. Der Wahlkampf in unserem Nachbarland geht in die heiße Phase, und die Kandidaten versuchen ihre Wähler auch mit Hilfe neuester Technik auf ihre Seite zu ziehen.

Der linke Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon etwa setzt auf sein Hologramm. So kann er auf verschiedenen Bühnen an unterschiedlichen Orten gleichzeitig zu den Leuten sprechen. Die Technik ist superteuer, erzählt uns Barbara Kostolnik in Paris: Mehrere Kameras nehmen ihn auf und verarbeiten die Informationen dann zu einem dreidimensionalen Mélenchon.

"Mélenchon ist weit über 60 und trotzdem der absolute Brüller. Supererfolgreich, er rockt die ganze Landschaft."
Barbara Kostolnik, Korrespondentin in Paris

Mélenchon sagt, die Kosten wären genauso hoch, wie wenn er tatsächlich an den verschiedenen Orten auftreten würde. Als nächstes will er sieben Hologramme in sieben verschiedenen Städten gleichzeitig projizieren.

Die Mélenchon-Show

Die Wähler des linken Kandidaten sind begeistert. Abgerundet wird die Wahl-Show durch sein Webradio und einen Youtube-Kanal.

"Auch Marine Le Pen hat eine App herausgebracht, und die ist gar nicht schlecht. Gerade die jungen FN-Wähler wollen ja bedient werden."
Barbara Kostolnik

Die Front-National-App beinhaltet unter anderem einen reality check, der die Aussagen der Kandidaten der anderen Parteien unter die Lupe nimmt. Ergebnis: Deren Aussagen seien meistens falsch. Außerdem kann man per App Le Pens sämtliche Auftritte nachschauen oder mit ihr durch die FN-Zentrale in Paris laufen.

Und was macht Macron?

Der jüngste aller Bewerber hat keinen Parteiapparat hinter sich. Seine erst 2016 gegründete Bewegung "En Marche!" sei graswurzelmäßig im Internet entstanden, sagt Barbara Kostolnik. Auch "En Marche!" bespiele Apps, twittere wie verrückt und sei bei Facebook sehr aktiv.

"Macron ist sowas wie der Vater des Ganzen."
Barbara Kostolnik

Es gebe aber auch Bewerber, deren digitale Bemühungen seien schon ein bisschen peinlich, so Kostolnik. Der konservative Bewerber Francois Fillon etwa habe zwar eine App herausgebracht - allerdings mehr widerwillig als aus Überzeugung. Seine Wähler seien allerdings auch eher älter, konservativ und nicht so scharf auf die neueste Technik, um an Informationen zu kommen