Einmal IS und zurück: Ein 18-jähriger Deutscher ist aus Syrien zurückgekehrt und hat mit Journalisten über seine Zeit im Islamischen Staat gesprochen. Er wolle andere davor bewahren, denselben Fehler zu machen.

Es war ein langer Prozess, mehrere Gespräche waren nötig, bis Mehmet endlich sagte: Ja, ich erzähle euch meine Geschichte. Mehmet ist nicht der richtige Name des 18-Jährigen, der sich der Terrormiliz Islamischer Staat angeschlossen hatte, erklärt uns Andreas Spinrath. Der Monitor-Reporter und seine Kollegen haben versprochen, seine Identität geheim zu halten - die Identität des Mannes, der nach nur wenigen Wochen in einem IS-Lager an der syrisch-türkischen Grenze wieder nach Deutschland zurückgekehrt ist.

"Der Weg ist fürchterlich einfach: Mit dem Flugzeug in die Türkei und dann über Kontaktpersonen und Schmuggler nach Syrien - in den Islamischen Staat."
Andreas Spinrath, Monitor-Reporter

Es sei eine "klassische Geschichte" gewesen, sagt Andreas Spinrath: Mehmet ist an die falschen Freunde geraten, die ihm erzählt haben, dass in Syrien und im Irak Muslime getötet würden und dass es seine muslimische Pflicht sei, diese Muslime gemeinsam mit der Terrorgruppe IS zu beschützen. Der Weg dorthin war nach Mehmets Erzählungen nicht besonders schwierig: Über Kontaktmänner und Schmuggler gelangte er von der Türkei über die syrische Grenze in ein IS-Lager.

Einige Restzweifel bleiben

Laut Mehmet habe er sich während seiner Zeit dort jedoch nie bereit erklärt, als Märtyrer für den IS zu sterben. Im Gegenteil: Schon nach wenigen Wochen habe er dem Lageranführer gesagt, dass er kein Märtyrer werden wolle. Ein Schritt, der Mehmet viel Überwindung gekostet hat: "Er dachte, dass er das vielleicht nicht überlebt", erzählt Andreas Spinrath. Aber stattdessen habe er zurück in die Türkei fahren können - und von dort aus wieder nach Deutschland.

Andreas Spinrath und seine Kollegen haben versucht, Mehmets Geschichte so genau wie möglich zu überprüfen. "Im Kern habe ich keine Zweifel an seinen Aussagen", sagt der Monitor-Reporter. Ob der 18-Jährige allerdings in allen Details die Wahrheit gesagt oder ob er den Journalisten manche Einzelheiten verschwiegen habe - das lasse sich nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen. Heute Abend berichten Andreas Spinrath und seine Kollegen über ihre Begegnung mit Mehmet - einem der ersten deutschen IS-Rückkehrer, die offen über ihre Geschichte sprechen: im Ersten, ab 21.45 Uhr, in der Sendung Monitor.