Erste Ideen, mit dem Smartphone bezahlen zu können, gab es vor vielen Jahren. In Deutschland ist noch nicht viel passiert. Doch so langsam tut sich was. Christian Schmitt kann 1,44 Euro mit Kreditkarte zahlen - kontaktlos, ohne PIN und Unterschrift.

DRadio-Wissen-Reporter Christian Schmitt probiert es aus: Er will in drei verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten ohne Bargeld bezahlen. Und auch ohne die klassische EC- und Kreditkarte.

Die Tankstelle:

Christian könnte seine Cola hier kontaktlos, ohne Unterschrift und PIN mit einer speziellen Kreditkarte bezahlen, sogar den kleinen Betrag von 1,44 Euro. Doch irgendetwas technisches stimmt nicht. Christian zahlt in bar.

Der Schreibwarenladen:

Hier geht es oft um Beträge unter einem Euro. Ohne Bargeld geht hier nichts, mit Karte zu bezahlen würde viel zu lange dauern, sagt die Besitzerin. Und wenn einer kein Bargeld dabei hat? Dann soll er am nächsten Tag wieder kommen und es vorbei bringen.

Der Supermarkt:

Hier wird es spannend. Christian hat sich extra eine App für sein Smartphone besorgt, mit der man hier bezahlen kann. Er musste ein Guthaben aufladen, mit dem er im Supermarkt einkaufen kann. An der Kasse erscheint dann auf einem Display ein Barcode, den Christian mit der Handy-Kamera abscannt. Das war's schon.

Allerdings war Christian der erste Kunde, der das neue System an der Kasse benutzt hat. Die Verkäuferin musste erstmal Hilfe holen.

André Bajorat
"Die App von My-Taxi, mit der ich Taxis bestellen und bezahlen kann, fühlt sich smooth und super gut an."

André Bajorat ist Mobile-Payment-Experte und Berater zu diesem Thema. Er findet, die My-Taxi-App und die Starbuck-App seien hervorragende Beispiele für gelungenes Mobile Payment, also Bezahlen per Handy ohne Bargeld. Denn in diesen Apps könne man die Dienstleistung (Taxi) und das Produkt (Kaffee) nicht nur bezahlen, sondern auch bestellen und verwalten. "Es muss einen Mehrwert für den Kunden geben. Nur das Bezahlen zu digitalisieren, hat noch nicht viel Sinn", sagt André Bajorat.

Die Kritik, dass Menschen gläsern würden, wenn sie alles digital bezahlen, erwidert Bajorat: Bisher hätten die Menschen immer dann wenig Interesse am Datenschutz, wenn der Nutzen für sie hoch ist. Das sei bei der Messenger-App Whatsapp zum Beispiel so. Bei einer gut funktionierenden Bezahl-App würden sie das wohl genauso handhaben.