Jürgen Vogel hat in seiner langen Schauspielkarriere schon einige schräge Typen gespielt - so einen wie diese Woche aber noch nie: In "Der Mann aus dem Eis" ist er Kelab, der circa 5300 Jahre nach seinem Tod als Eismumie "Ötzi" berühmt wurde. Außerdem heiß erwartet und auf unserem Prüfstand: "Dark", die erste deutsche Netflix-Serie. 

Natürlich weiß kein Mensch, wie das Leben von Ötzi damals, vor rund 5300 Jahren wirklich ausgesehen hat. Es ist nicht allzu viel überliefert aus der Zeit, außer den Artefakten, die der Jungsteinzeit-Mann bei sich trug, als er 1991 in den Ötztaler Alpen als Mumie gefunden wurde. Aus diesen paar Details - aus Gewebeproben, Fundstücken und körperlicher Gewalt als Todesursache - hat Regisseur Felix Randau nun einen Film gemacht.

Gedreht in einer sehr rudimentären, erfundenen Ur-Spache - eher Ur-Laute - ohne Untertitel. Die Handlung und nicht etwa Dialoge führt durch den Film. Durch die letzten Tage in Ötzis Leben, wie sie hätten sein können. Ein Überfall auf Ötzis kleines Dorf, Gewalt und Mord und daraufhin der versuchte Rachefeldzug eines einzelnen, verzweifelten Mannes. Über die Art der Umsetzung und das einfache Leben in Schnee und Eis sprechen wir mit unserem Gast, Hauptdarsteller Jürgen Vogel.

Das deutsche "Stranger Things"? Egal.

Als "erste, deutsche Netflix-Serie" wird uns "Dark" seit Monaten schmackhaft gemacht, diesen Freitag (1.12.17) startet sie nun endlich. Eine Mystery-Serie über verschwindende Kinder, Versuche in einem versteckt im Wald liegenden Labor und einen klaren Bezug zu den 80er Jahren. Also wie beim Netflix-Hit "Stranger Things"? Klingt so. Die Macher von "Dark", Baran bo Odar und Jantje Friese versichern allerdings, dass das Zufall sei. Ihre Drehbücher hätten sie nämlich schon lange, bevor "Stranger Things" irgendwo zu sehen war, geschrieben. Aber eigentlich ist das auch egal. Es gibt einige Parallelen und einige Unterschiede. Aber viel wichtiger:  Das, was es bisher von "Dark" zu sehen gab, spricht für hohe Qualität und viel Spannung in der ersten Staffel.  

Außerdem neu im Kino: "Die Vierhändige", ein neuer, deutscher Genre-Film vom jungen Regisseur Oliver Kienle. Ein Mystery-Psycho-Thriller mit absolutem Gänsehauteffekt, wirkungsvoll und schlau inszeniert. Es geht um zwei Schwestern, die seit dem brutalen Mord an ihren Eltern nicht mehr von der Seite der jeweils anderen weichen. Eine der beiden nimmt das mit dem Behüten der Schwester allerdings deutlich ernster. Nach einem weiteren tragischen Unfall ändert sich alles: für die Überlebende der beiden.