Die BRD bot mit den Ostverträgen den ehemaligen osteuropäischen Kriegsgegnern eine Versöhnung an. Dazu gehört auch der Grundlagenvertrag mit der DDR von 1972.

Mit dem Slogan "Wandel durch Annäherung" hatte die Ostpolitik der sozialliberalen Koalition, die 1969 von SPD und FDP gebildet worden war, ein griffiges Motto gefunden. Nachdem in den 50-er Jahren Bundeskanzler Konrad Adenauer die Integration der Bundesrepublik Deutschland in den Westen und vor allem in die Nato vorangetrieben hatte, sollte die Ostpolitik von Bundeskanzler Willy Brandt eine Versöhnung mit den osteuropäischen Kriegsgegnern des Zweiten Weltkriegs bewirken.

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Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze

Die Umsetzung dieser Politik war in der Bundesrepublik begleitet von heftigen Debatten: Die einen sprachen von einer längst fälligen Ergänzung der deutschen Politik, die so für politische und militärische Entspannung in Europa sorgen könnte. Die anderen befürchteten den "Ausverkauf" deutscher Interessen. 

Denn mit den Ostverträgen mit der UdSSR, Polen und der CSSR und dem Grundlagenvertrag zwischen der DDR und der BRD wurde de facto auch die umstrittene Oder-Neiße-Grenze anerkannt. Das war für diejenigen, die aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten vertrieben worden waren und Haus und Hof verloren hatten, schwer hinnehmbar.         

Was ihr noch in Eine Stunde History hört:

  • Der Politikwissenschaftler Werner Weidenfeld schildert die Bedeutung des Grundlagenvertrags für die deutsche und europäische Politik.
  • Es fanden heftige Debatten über den Grundlagenvertrag und die anderen Ostverträge im Deutschen Bundestag statt, die der Historiker Andreas Grau in Erinnerung ruft.  
  • Der Historiker Gregor Schöllgen erläutert die beiden Säulen der deutschen Nachkriegspolitik: Westintegration und Ostpolitik. 
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld über die Anfänge der Ostpolitik und die Versuche, die deutsche Teilung für die Menschen in Ost und West erträglicher zu machen.