Der Merowingerkönig Chlodwig wurde 507 vom Bischof Remigius in Reims getauft. Damit hat sich Chlodwig auch Einflussmöglichkeiten auf die Kirche gesichert.

Am Weihnachtstag des Jahres 507 ließ sich der Merowingerkönig Chlodwig von Bischof Remigius in Reims taufen. Damit machte er aus seinem Übertritt zum christlichen Glauben ein öffentliches Ereignis. Gleichzeitig ließen sich in einer Massentaufe 3000 Personen taufen - darunter auch die regionalen Stammesführer.

Mit dieser Christianisierung des Merowingerreiches war aber auch ein Preis verbunden, denn von da an sollten alle geistlichen Ämter im Land von einer Synode unter dem Vorsitz des Königs vergeben werden. Die so gewählten Geistlichen waren dem König steuerpflichtig, und der König sicherte sich ein Mitspracherecht bei der Auswahl der geistlichen Würdenträger im Reich der Merowinger. 

Eigenständige Kirche im Westfränkischen Reich

Chlodwig begründete damit ein fränkisches Eigenkirchenwesen, das stärker vom jeweiligen König als von den Päpsten in Rom abhängig war. Auf dieser relativen Unabhängigkeit vom Papst beriefen sich in den folgenden Jahrhunderten vor allem die Bischöfe im Westfränkischen Reich, dem heutigen Frankreich.

Mit der Taufe wandte sich Chlodwig auch vom damals weitverbreiteten Arianismus ab, der auch ein christlicher Glaube war, aber die Trinität ("Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist") ablehnten. Die Arianer meinten, der "Vater" allein ist Gott – ein zweiter Gott, der "Sohn", sei in einer monotheistischen Religion nicht möglich.  

Was ihr noch in Eine Stunde History hört:

  • Steffen Patzold, Hochmittelalter-Experte der Universität Tübingen, porträtiert den Merowingerkönigs Chlodwig.  
  • Martina Hartmann ist stellvertretende Präsidentin der Monumenta Germaniae Historica an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und erläutert, warum Chlodwig zum Christentum übergetreten ist. 
  • Christoph Markschies erläutert die Verbreitung des frühen Christentums im Reich der Merowinger und Franken.
  • Deutschlandfunk Nova - Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld über die Entstehung des Merowingerreichs zwischen der spanisch-französischen Grenze und Thüringen.