Apple und Facebook machen es möglich: Sie bezahlen ihren Mitarbeiterinnen das Einfrieren von Eizellen. Warum? Damit sie auch später noch Kinder bekommen können. Über das Pro und Contra reden wir in Eine Stunde Liebe.

Die einen finden: Familienplanung und Kinderwunsch von Mitarbeitern geht die Unternehmen nichts an. Außerdem sollten Facebook und Google sich lieber um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bemühen, statt das Kinderkriegen immer nach hinten zu schieben.

Unternehmen und Gesundheitspolitik in den USA

Die Befürworter sehen in den Social-Freezing-Plänen einen wichtigen Schritt in Richtung sexueller Selbstbestimmung bei Frauen. Dazu gehört die Bloggerin Teresa Bücker. Sie schreibt bei Edition F, einer Onlineplattform für Meinungen und Debatten aus weiblicher Perspektive. Im Interview mit DRadio Wissen erklärt sie, dass es in den USA völlig normal sei, dass große Unternehmen Pakete für Gesundheitsleistungen anbieten auch für Kinderwunschbehandlungen - einfach weil das Gesundheitssystem anders funktioniert. Social Freezing ist ein Teil dieser Gesundheitspakete.

„Wenn Egg Freezing in Frage kommt, müssen Frauen sich sehr früh darüber Gedanken machen. Am besten schon mit 25.“
Teresa Bücker

Sexuelle Selbstbestimmung

Teresa Bücker ärgert sich, dass vielen Frauen nun unterstellt wird, sie würden in Bezug aufs Kinderkriegen keine vernünftigen Entscheidungen treffen. "Jede Frau, die sich Gedanken über künstliche Befruchtung Gedanken gemacht hat, weiß, dass die Chance sehr gering sind, dass das klappt." Social Freezing befürwortet sie aber trotzdem.

"Wenn wir die Möglichkeit haben, später Kinder zu bekommen, ist das ein Weg der sexuellen Selbstbestimmung. Ähnlich wie die Pille."
Teresa Bücker

Bei DRadio Wissen haben wir in der Redaktionskonferenz Kinder kriegen - Auf Eis gelegt am 11. Juni schon einmal eine ausführliche Sendung über Social Freezing gemacht. Darin hat Walburga erzählt, weshalb sie ihre Eizellen hat einfrieren lassen. Das Interview Kinder, ja, aber später könnt ihr hier nachhören.