Bei Hitze verlieren wir mit dem Schweiß auch Elektrolyte. Über die Nahrung reguliert unser Körper den Haushalt meist selbst. Wann wir trotzdem Extra-Nachschub brauchen und worauf es bei Getränken ankommt.
Elektrolyte sind Mineralstoffe, die im Körper wichtige Aufgaben erfüllen. Natrium und Kalium sind beispielsweise für den Wasserhaushalt, die Weiterleitung von Nervenimpulsen und den Herzrhythmus wichtig. Calcium wird unter anderem für die Muskelarbeit benötigt.
"Elektrolyte sind Mineralstoffe, zum Beispiel Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium. Und die haben im Körper wichtige Aufgaben."
Dass der Elektrolythaushalt im Gleichgewicht bleibt, dafür sorgt auch die Niere. Trotzdem muss man darauf achten, ausreichend Elektrolyte über die Nahrung aufzunehmen. Grundsätzlich ist es also wichtig, den Körper mit genügend dieser Mineralstoffe zu versorgen.
Bei viel Schweiß wird’s wichtig
Elektrolyt-Getränke, Pulver oder Tabletten sind für gesunde Menschen meistens nicht nötig. Normalerweise nimmt der Körper über die Nahrung genügend Mineralstoffe auf.
Den Elektrolythaushalt bringen wir vor allem dann aus dem Gleichgewicht, wenn wir viel Flüssigkeit verlieren – etwa durch starkes Schwitzen, häufiges Wasserlassen oder Durchfall. Dann können zusätzliche Elektrolyte sinnvoll sein.
"Es ist wichtig, dass man während heißer Phasen genug Flüssigkeiten trinkt, die auch genug Elektrolyte enthalten."
Bei intensiver Belastung können zusätzliche Elektrolyte wichtig werden, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Jens Többen. Wer an heißen Tagen lange draußen ist, etwa beim Wandern oder Laufen, verliert viel Flüssigkeit und sollte deshalb ausreichend trinken. Professor Wilhelm Bloch von der Deutschen Sporthochschule Köln empfiehlt dabei Getränke, die genügend Elektrolyte enthalten und isotonisch zusammengesetzt sind.
Wenn Getränke dem Blut ähneln
Isotonisch nennt man ein Getränk, wenn das Verhältnis von Elektrolyten und Zucker zur Flüssigkeit dem des Blutes ähnelt. Dadurch kann der Körper die Flüssigkeit leichter aufnehmen. Zu den isotonischen Getränken zählen zum Beispiel Apfelschorle und manche Sportgetränke. Auch Mineralwasser kann isotonisch sein, je nach Zusammensetzung.
"Ein Getränk ist dann isotonisch, wenn das Verhältnis von Elektrolyten und Zucker zu Flüssigkeit dem vom Blut ähnelt."
Isotonische Getränke können uns bei Hitze oder körperlicher Belastung helfen. Wie gesund sie sind, hängt aber auch vom Zuckeranteil ab. Glukose hilft dem Körper, Natrium schneller aufzunehmen. Zu viel Zucker kann ihm jedoch Wasser entziehen und zur Austrocknung beitragen. Außerdem belastet ein hoher Zuckerkonsum die Gesundheit. Entscheidend ist also die Zusammensetzung des Getränks.
Der Elektrolyt-Drink zum Selbermachen
Wer zu einem Elektrolyt-Getränk greift, sollte auf den Zuckeranteil achten. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt dafür ein einfaches Rezept, bei dem Natrium und Zucker in einem passenden Verhältnis enthalten sind. Der Drink lässt sich ganz easy selbst mischen aus:
- 1 Liter Wasser
- ¾ Teelöffel Salz
- 4 Teelöffel Zucker
- 1 Tasse Orangensaft
Elektrolyte sollte man außerdem nicht in großen Mengen auf einmal aufnehmen, erklärt Wilhelm Bloch. Der Körper könne davon nicht alles gleichzeitig verarbeiten. An heißen Tagen reiche es deshalb meist, über den Tag verteilt Mineralwasser mit etwas Apfelsaft oder Ähnliches zu trinken.
