Leben retten - wer will das nicht. Wenn wir allerdings zufällig erleben, wie ein Verletzter regungslos auf der Straße liegt, dann sind wir erst mal verunsichert: Wie helfe ich am besten und wie ging das noch mal mit der Herzdruckmassage?

Dominik Peters ist genau das passiert: Er fährt eine Straße lang und sieht, wie ein Mann auf dem Gehweg vor einem Kiosk zusammenbricht. Er klappt zusammen und fällt auf sein Gesicht. Der Mann ist blutig, neben ihm liegen ausgebrochene Zähne auf dem Asphalt. 

Dominik und die Kioskbesitzerin rennen zu dem bewusstlosen Mann hin. Sie ruft sofort einen Krankenwagen. Dominik spricht den Mann an, der reagiert nicht. Dann läuft das Gesicht des Mannes plötzlich blau an. Und Dominik weiß, jetzt gilt es schnell zu handeln. Er beginnt mit der Herzdruckmassage, auch wenn er nicht mehr genau weiß, worauf er dabei achten muss. 

Dieses Ereignis beschäftigt Dominik noch eine ganze Weile. Als Journalist macht er sich schlau darüber, wie er bei so einem Notfall reagieren muss und berichtet darüber als Deutschlandfunk Nova-Reporter. 

Prüfen, rufen, drücken

Wenn wir eine verletzte Person sehen: 

  1. Krankenwagen rufen
  2. Herausfinden, ob der Verletzte noch atmet
  3. Wenn ja, Verletzten in eine stabile Seitenlage bringen
  4. Wenn nein, hat er mit großer Wahrscheinlichkeit einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten. Wir sprechen ihn an, um sicher zu gehen, dass er nicht nur bewusstlos ist. Und dann pumpen - am besten im Rhythmus von Stayin Alive. Das Lied hat 104 Beats pro Minute und damit genau das Tempo, das wir für die Wiederbelebung brauchen.
"Früher wurde ziemlich kompliziert gelehrt, wo man auf dem Brustkorb rumdrücken sollte. Inzwischen sagt man, es ist mehr oder weniger egal, Hauptsache es wird gedrückt."
Janosch Dahmen, Notfallmediziner

Fachleute raten, dass Laien sich lieber auf die Herzdruckmassage statt auf die Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung konzentrieren sollten. Denn die Beatmung ist technisch extrem schwierig. Wenn sie nicht korrekt anwendet wird, ist sie nicht besonders wirksam.

Strafe wegen unterlassener Hilfeleistung

Einer aktuellen, repräsentativen Umfrage im Auftrag der Apotheken Umschau zufolge, trauen sich 58 Prozent der Deutschen nicht, bei einem Schwerverletzten Erste Hilfe zu leisten. Sie würden sich - aus Angst etwas falsch zu machen - wahrscheinlich nicht aktiv an Rettungsarbeiten beteiligen. Damit riskieren diese Personen aber eine Strafe wegen unterlassener Hilfeleistung. Während umgekehrt gilt: Wer als Laie zum Ersthelfer wird - und nach bestem Wissen handelt – der muss keine rechtlichen Konsequenzen fürchten

Sich gedanklich auf Notfallsituationen vorbereiten

Ein Notfallszenario im Kopf durchzuspielen, kann helfen im Ernstfall richtig zu reagieren: Was mache ich, wenn jemand neben mir umkippt? Wen bitte ich, einen Notarzt zu rufen? Was mache ich selbst als erstes? Das hilft im Ernstfall Ruhe zu bewahren, sagt der Notfallmediziner Janosch Dahmen.

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