Mehr Trinkbrunnen und Blei in Grenzen: Das sieht die neue europäische Trinkwasserrichtlinie vor. Von den Wünschen der Initiative right2water ist nicht viel übrig geblieben.

Das europäische Parlament und die Mitgliedsstaaten haben die EU-Trinkwasserrichtlinie überarbeitet. Das Dokument ist allerdings noch nicht im Volltext veröffentlicht (Stand 19.12.2019) Es soll deutlich mehr öffentliche Trinkbrunnen geben – damit will man die Menge an Plastikflaschen reduzieren. Zu diesen Trinkbrunnen sollen die einzelnen Kommunen verpflichtet werden.

Außerdem werden die Grenzwerte für verschiedene Schad- und Fremdstoffe gesenkt werden und andere überhaupt erfasst werden.

  • Blei
    Mit der Richtlinie dürfen dann fünf Mikrogramm Blei pro Liter im Wasser stecken – aktuell sind es zehn Mikrogramm.
  • Mikroplastik
    In Zukunft soll überwacht werden, wie viel Mikroplastik im Wasser steckt – dafür muss allerdings erst noch eine Messmethode festgelegt werden.
  • Bisphenol-A
    Es wird einen Grenzwert für Bisphenol-A geben. Der Stoff wird in der in der Kunststoffproduktion eingesetzt und steht im Verdacht, das Hormonsystem zu beeinflussen und zu Unfruchtbarkeit zu führen.

Folgen eines Beteiligungsprojekts

Ursprünglich war diskutiert worden, ob Restaurants verpflichtet werden, kostenloses Leitungswasser anzubieten. Das hatte Right2Water, die erste Initiative europäischer Bürgerinnen und Bürger, gefordert.

Sie wollten vor allem die Privatisierung der Trinkwasserversorgung kategorisch ausschließe und ein Grundrecht auf kostenlosen Zugang zu Trinkwasser innerhalb der EU etablieren. Right2Water hatte insgesamt mehr als 1,8 Millionen Unterschriften gesammelt und sich für eine deutlichere Überarbeitung der Trinkwasserverordnung eingesetzt.

Die EU-Staaten und das Parlament müssen die neue Richtlinie erst noch bestätigen. Darauf folgt eine Frist für die Mitgliedsländer. Die neuen Vorschriften werden wohl nicht vor 2022 umgesetzt.

"Insgesamt hatte das EU-Parlament noch strengere Grenzwerte und Vorschriften gefordert, die sind aber von den Unterhändlern aus den Mitgliedstaaten abgeschwächt worden."
Rahel Klein, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin