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Als Folge der Französischen Revolution bröckelt in Europa der Rückhalt für das System der absolutistischen Monarchie. Immer mehr Menschen schließen sich Freiheitsbewegungen an und fordern andere Formen der Königsherrschaft – ohne Unterdrückung und Tyrannei. In manchen Fällen gelingt das – aber nicht in allen.

Im 19. Jahrhundert grassiert ein Fieber in Europa, das viele Tausend Menschen grenzüberschreitend erfasst hat: Sie wollen frei sein, eine eigene Republik gründen und Tyrannei und Unterdrückung durch absolutistische Monarchen loswerden.

Ihr Freiheitswille mündet in der Forderung nach einer konstitutionellen Monarchie, also einer Königsherrschaft, die an Recht, Verfassung und Parlament gebunden ist – so wie die Monarchien in Großbritannien, Spanien oder Dänemark heute noch organisiert sind.

"Wenn man es sehr hart formulieren will, ist das Königreich Italien zumindest partiell ein 'failed state', ein Patrimonium. Und man könnte noch bösartiger sagen: eine Cosa Nostra einer sehr, sehr schmalen Elite."
Volker Reinhardt, Historiker

Im 19. Jahrhundert aber haben die Könige absolute Vollmachten, sie bestimmen die Richtlinien der Politik, führen ihre Soldaten in Kriege, die vor allem der Vermehrung ihres eigenen Ruhms dienen. Nach der Französischen Revolution von 1789 weht allerdings ein anderer Wind, die Völker Europas hören den Ruf nach "Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit", der sich mit einer absolutistischen Monarchie nicht verträgt.

Überall entstehen Freiheits- und Unabhängigkeitsbewegungen. Manche scheitern, andere sind erfolgreich, wie 1830 in Griechenland oder 1832 in Belgien, wo konstitutionelle Monarchien gegründet werden.

Europäische Großmächte hatten Italien unter sich aufgeteilt

Seit den napoleonischen Kriegen am Beginn des 19. Jahrhunderts steht Italien unter Fremdherrschaft, das Land ist zerstückelt wie eine Jagdbeute. Die europäischen Großmächte haben sich das Land untereinander aufgeteilt: Im Süden herrscht die spanische Krone, die Österreicher regieren in Ober- und Mittelitalien und mittendrin befindet sich ein riesiger Kirchenstaat mit dem Zentrum der katholischen Christenheit Rom und unter dem Schutz Frankreichs.

Und dann gibt es noch das Königreich Sardinien-Piemont, wo Vittorio Emanuele herrscht und am 29. März 1849 einen Verfassungseid leistet. Er ist entschlossen, sein Königreich zu liberalisieren. Damit wird er zur Symbolfigur der italienischen Befreiung, die einerseits von seinem Ministerpräsidenten Camillo Benso Graf von Cavour und andererseits von einem Freiheitskämpfer angetrieben wird, der bis heute einen legendären Ruf hat: Giuseppe Garibaldi.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Der Historiker und Italienexperte Wolfgang Altgeld erläutert Ziele und Absichten des Risorgimento und der italienischen Unabhängigkeitsbewegung.
  • Der Buchautorin Friederike Hausmann beschreibt die Person des Freiheitskämpfers Giuseppe Garibaldi und seinen Ruf im modernen Italien.
  • Der Historiker Volker Reinhardt befasst sich mit der Bedeutung des italienischen Königreichs, das von 1861 bis 1946 existiert hat.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld schildert die politische Lage Italiens vor der Gründung des Königreichs im Jahr 1861
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Esther Körfgen zeichnet einen Teil des Kampfes um die italienische Unabhängigkeit nach