Eine ungewöhnliche Aktion hat sich die Europol ausgedacht: Die Polizei bittet Schwerverbrecher per digitaler Postkarte, in den Knast zu gehen. 

"Im Grunde genommen geht es um Aufmerksamkeit", sagt unser Korrespondent Thomas Otto. Und die erregt die europäische Polizeibehörde zurzeit mit einer außergewöhnlichen Aktion: Mit aufwendig gestalteten, virtuellen Postkarten und persönlichen Texten bittet die Behörde die meistgesuchten Schwerverbrecher Europas, in ihre Heimatländer zurückzukehren und sich der Polizei zu stellen. 

Die Ansichtskarten findet man auf einer eigens dafür entworfenen Webseite: Europe's most wanted fugitives. In bestimmten Urlaubsorten, in denen Kriminelle gerne mal untertauchen, verteilt Europol die Postkarten auch in Papierform. 

"Das wir hier darüber sprechen, ist ja schon Beweis genug, dass es funktioniert."
Thomas Otto, Korrespondent im Studio Brüssel

Neben den Postkarten findet man auf der Webseite auch einen Steckbrief mit einem Foto des flüchtigen Kriminellen. Farouk, Artur, Jaakko, Ivan oder Maria Tania werden für die unterschiedlichsten Straftaten gesucht: Mord, organisiertes Verbrechen, Drogen- oder Waffenhandel.

Fotos der Verbrecher sollen breit gestreut werden

Europol erhofft sich, dass die virtuellen Postkarten oft in den sozialen Medien geteilt und die Fotos der Flüchtigen dadurch von vielen Menschen gesehen werden. Wer einen der Verbrecher sieht, kann der Polizeibehörde über die Webseite einen Tipp schicken.