Eva Schulz hat in der Altstadt von Jerusalem gewohnt, wo der Nahostkonflikt jeden Tag präsent ist. Trotzdem hat sie sich sicher gefühlt, sagt sie - und schmunzelt über die israelischen Reaktionen auf etwas Schnee.

Eva Schulz, 24, hat mehrere Monate lang in Jerusalem gelebt und dort studiert. Nach vier Wochen vor Ort hatte sie den ersten "Meltdown", sagt sie. Sie hat dann ihren Vater angerufen und ihm die vielen vielen kleinen Eindrücke vor die Füße geworfen, die sich in der noch gar nicht langen Zeit bei ihr im Kopf festgesetzt hatten.

Da ist allein der Umstand, dass es in Jerusalem immer mal wieder Anschläge gibt. Und trotzdem, oder auch deswegen, sind die Menschen vor Ort sehr gelassen. "Die Israelis selbst sind total cool und schauen eher zu, wie irgendwelche Geschosse abgefangen werden, statt sich in einem Bunker zu verschanzen", erzählt Eva. Sie sagt, in Jerusalem hat sie sich sicher gefühlt.

Uni empfiehlt Studenten Kleidung

Überhaupt hat sie eine gute Zeit verbracht, hat die Uni besucht, sich mit Freunden getroffen. Und doch war da auch immer so eine Spannung in der Luft. In der Altstadt sammeln sich auf engstem Raum drei Weltreligionen - da ist der Nahostkonflikt jeden Tag präsent.

Wenn Eva über Jerusalem erzählt, dann fallen ihr auch zwei kleine Highlights ein: Shakshuka und Schneechaos. Eigentlich war es gar kein Schneechaos, weil nur ein bisschen Schnee gefallen ist und der auch sofort geschmolzen ist. Weil das aber so außerordentlich ungewöhnlich für Jerusalem ist, wurden erstmal alle öffentlichen Einrichtungen bis hin zum Kino geschlossen und die wichtigsten Zufahrtsstraßen gesperrt. Austauschstudenten wurden von der Universität darauf hingewiesen, sich warme Kleidung und genügend Essensvorräte zu organisieren.

"DIE israelische Küche gibt es nicht. Israel ist ein Einwanderungsland. Jeder kocht hier anders."
Eva Schulz

Shakshuka gehört zu Evas israelischen Lieblingsgerichten. Eigentlich ist es nur eine Gemüsepfanne mit Ei. Weil Shakshuka aber jeder anders macht, versteht man unter dem Namen eigentlich viele verschiedene Gerichte. In Jerusalem würden viele Restaurants aber komplett vegetarisch kochen, um die Speisen auch koscher anbieten zu können.

Mehr Geschichten über Jerusalem hat Eva in ihrem Blog aufgeschrieben.