Vor 500 Millionen Jahren entstanden die ersten Pflanzen auf der Erde. Auf nacktem Felsgestein haben sie sich ausgebreitet, so schildert es uns Sven Gould. Die ersten Pflanzen stammten von verschiedenen Algen. Bis zu der reichhaltigen Pflanzenwelt von heute war es damals noch ein langer Weg. Ein Vortrag des Mikrobiologen Sven Gould.

Vor etwa 500 Millionen Jahren entwickelte sich recht schnell eine der größten Erfindungen der Evolutionsgeschichte: die oxygene Fotosynthese. Die Grundlage dafür waren Grünalgen, die vom Süßwasser aus an Land gewandert sind.

Fotosynthese legt Grundlage für Leben auf der Erde

Genomanalysen belegen inzwischen, entgegen einer weitverbreiteten Ansicht, dass alle Algenarten, die man heute in den Ozeanen findet, ursprünglich im Süßwasser beheimatet waren. Nachdem vor 500 Millionen Jahren durch die Fotosynthese also erstmals Sauerstoff auf unserem Planeten produziert wurde, war damit die Grundlage für tierisches und menschliches Leben geschaffen wie wir es kennen.

"Aber jetzt haben wir das Klima so verändert und verändern damit die Welt - und die Pflanzen müssen sich wieder anpassen."
Sven Gould, Molekularbiologe

Jetzt, so Sven Gould, muss sich die Pflanzenwelt wieder anpassen. Diesmal aufgrund des Klimawandels. Ursprünglich habe der "Landgang der Pflanzen" das Klima der Erde herausgebildet, sodass wir auf ihr leben können. Die Menschen haben das Klima mittlerweile derart schnell und intensiv verändert, dass die Pflanzen in ihrer weiteren Entwicklung nachziehen müssten.

Pflanzen stehen durch Klimawandel unter Stress

Dadurch werden die Pflanzen, so der Molekularbiologe, wieder enormen Stressfaktoren ausgesetzt – wie schon einmal vor Urzeiten. Zwar sieht Sven Gould die Klima-Uhr schon auf fünf nach zwölf, dennoch äußert er sich optimistisch. Als Biologe glaubt er aus Erfahrung daran, dass Leben immer seinen Weg findet.

Sven Gould ist Biologe am Institut für molekulare Evolution in Düsseldorf - eines seiner Spezialgebiete: Evolutionäre Zellbiologie. Über seine Forschungsergebnisse hat er unter dem Titel "Der große Schritt - der Landgang der Pflanzen" im Rahmen der Vortrags-Reihe "Welt in Bewegung - Wanderungen, Mobilität und Migration im globalen Kontext" auf Einladung der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt gesprochen. Sven Gould ist Mitglied des DFG-Schwerpunktprogramms "MAdLand – Molecular Adaptation to Land: plant evolution to change". Das Projekt erforscht die genetischen Mechanismen, die Grundlage der heutigen Tier- und Pflanzenwelt sind.