Sein neuer Film "Tschick" ist gerade in den Kinos angelaufen. "Noch nie so nach Intuition einen Film gemacht", sagt Regisseur Akin dazu. Außerdem fragen wir ihn nach seinem Film "The Cut", warum manche Deutsch-Türken in Deutschland eine so enge Bindung zu Erdogan haben.

Fatih Akin kennen wir als Macher von Filmen wie "Gegen die Wand", "Kebab Connection" oder "Soul Kitchen". Zurzeit ist er wieder präsent mit seinem neuen Film "Tschick". Das nutzen wir zum Anlass, uns mit ihm zu unterhalten - über seinen Film Tschick, der ihm diverse Probleme bereitete. Aber auch über die Situation der Deutsch-Türken in Deutschland und in der Türkei und zu unserer Beziehung zu Erdogan.

Komplizierte Geschichte

Nach seinem Film "The Cut", einem Historien-Drama über den Völkermord an den Armeniern 1915/16, wurde er nicht nur von vielen Filmexperten kritisiert, sondern auch noch von rechten Türken angegriffen und bedroht - lange, bevor es die entsprechende, viel diskutierte Debatte im Bundestag gab.

Die Diskussion über die Armenien-Resolution bestätigt, sagt Akin, "dass das eine komplizierte Geschichte ist und dass es einen Mangel an Aufarbeitung gibt".

Unter den Pro-Erdogan-Demonstranten in Deutschland vermutet er Deutsch-Türken der Mitte, die hier ihre Steuern zahlen, aber "irgendwie im Stolz verletzt wurden und hier nicht wirklich anerkannt sind". Ein weiteres Problem: In der Türkei waren sie auch nicht anerkannt und immer unbeliebt. Erdogan hätte es verstanden, sie richtig anzusprechen.

"Die Pro-Erdogan-Haltung eines Teils der Deutsch-Türken ist eigentlich die Rechnung für 20, 30 Jahre misslungene Integrationspolitik."
Fatih Akin

Sein neuer Film Tschick kam unverhofft zu Akin. Er bekam einen Anruf. "Du kannst ihn machen." "Wann wollen die drehen?" "In sieben Wochen."

Sieben Wochen, das ist sportlich - zumal ein Hauptdarsteller noch nie vor der Kamera gestanden hat. "Ich habe hab noch nie einen Film so sehr aus dem Instinkt gedreht wie Tschick", sagt Akin. Aber so sei das - jeder Film sucht sich nämlich seinen eigenen Weg.