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Viktor Orban, Alexander Lukaschenko, Jair Bolsonaro: Diese drei bekannten Politiker werden als "Feinde der Pressefreiheit" eingestuft. Den letzten Platz auf der Liste belegt ein Diktator, der Journalisten foltert und wegsperrt.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat eine neue Liste der "Feindinnen und Feinde der Pressefreiheit" herausgegeben. Darin listen sie dutzende Länder weltweit auf, in denen die Pressefreiheit stark eingeschränkt oder praktisch abgeschafft ist.

"Bolsonaro hat schon mal zu Journalisten gesagt, die ihm kritische Fragen gestellt haben: 'Halt's Maul. Geh noch mal auf die Uni. Oder: Werd noch mal geboren'."
Andy Schmitt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Auf der Liste sind viele Machthaber aus Afrika und Asien zu finden. Aber auch in Europa gibt es Länder, deren Präsidenten nach Aussage von Reporter ohne Grenzen die Pressefreiheit einschränken - zum Beispiel der belarussische Staatschef Alexander Lukaschenko.

Lukaschenko steht wie der russische Präsident Wladimir Putin seit mehr als 20 Jahren auf der Liste der Feinde der Pressefreiheit. In Belarus sind laut Reporter ohne Grenzen im Jahr 2020 mehr als 500 Reporterinnen und Reporter bei den Protesten gegen die Regierung festgenommen worden.

Kürzlich ist der Blogger Roman Protassewitsch festgesetzt worden, weil er ein Internetportal mitbetreut hat, das Bilder von Polizeigewalt bei den Protesten gezeigt hat.

"Man könnte sagen, Orban steht jetzt erst drauf. Schon seit seinem Machtantritt 2010 geht er gegen die unabhängige Presse vor."
Andy Schmitt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Zum ersten Mal hat Reporter ohne Grenzen den ungarischen Staatschef Viktor Orban als pressefeindlich eingestuft. Er hätte die öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Rundfunkanstalten "zu einem Propagandaorgan" gemacht und die privaten Medien "unterjocht oder mundtot gemacht". "Generell gibt es in Ungarn mittlerweile kaum noch unabhängige Radio- und TV-Sender", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Andy Schmitt.

Angriffe auf Journalisten in Brasilien nehmen zu

Eine ebenfalls bekannte Person auf der Liste von Reporter ohne Grenzen ist der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro. Der ist bekannt dafür, dass er ziemlich abfällig mit Reportern, vor allem mit Reporterinnen spricht, Andy Schmitt. Bolsonaro wirft den größten Medien vor, Falschnachrichten zu verbreiten. Zum Beispiel würden nur die Medien verantwortlich sein für die Corona-Krise, weil sie immer übertreiben.

Der brasilianische Journalistenverband sagt, dass sich die Zahl der Angriff auf Reporter und die Pressefreiheit im letzten Jahr mehr als verdoppelt hat. Viele Angriffe kämen von Bolsonaro und seinem Umfeld.

Den letzten Platz auf der Liste der Feinde der Pressefreiheit belegt Isaias Afewerki, der Präsident Eritreas.