Laut Umweltbundesamt werden durch die Böllerei zum Jahreswechsel deutschlandweit rund 4000 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Das entspricht in etwa 15 Prozent der Menge, die jährlich im Straßenverkehr abgegeben wird. 

Unabhängig davon, was man davon hält - zum Jahreswechsel wird wieder viel geböllert werden. Die Branche rechnet allein in Deutschland mit 140 Millionen Euro Umsatz. 

Was man wissen muss: Die Böllerei erzeugt 4000 Tonnen Feinstaub in einer Nacht; das produzieren Autos und LKW deutschlandweit sonst in etwa zwei Monaten. Am Neujahrstag kann man anhand der Karten des Bundesumweltamtes feststellen, wie sich das Silvesterfeuerwerk auf die Feinstaub-Tagesmittelwerte auswirkt:

Der durchschnittliche Tageswert liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter. Am Neujahrstag liegt er in vielen Städten aber bei 100 Mikrogramm pro Kubikmeter. In diesem Jahr lag er in München sogar bei mehr als 500 Mikrogramm pro Kubikmeter. Wie schnell der Feinstaub wieder verschwindet, hängt vom Wetter ab. Bei viel Wind werden die Schadstoffe schneller in der Luft verteilt als ohne Wind. 

Das Bundesumweltamt rät, auf das Böllern zu verzichten

Der Feinstaub wird zum Problem, wenn er zu Atemwegsbeschwerden und Herz-Kreislauf-Problemen führt. Feinstaub kann genauso in die Nasenhöhlen wie in die Bronchien und Lungenbläschen vordringen, und wenn es ultrafeine Partikel sind, gelangt er sogar bis in das Lungengewebe und in den Blutkreislauf. 

"Je nach Größe der Teilchen führt Feinstaub zu Schleimhautreizungen, lokalen Entzündungen in der Luftröhre oder den Bronchien."
Dominik Peters, Deutschlandfunk Nova

Das Bundesumweltamt empfiehlt deshalb, auf das Böllern ganz zu verzichten. Nicht nur wegen des Feinstaubs - auch um Müll zu vermeiden und Energie zu sparen.

Für Tiere ist das laute Knallen purer Stress

Tierschützer sind schon seit langem gegen das Böllern, weil das laute Knallen für Tiere wie Hunde, Katzen und Vögel stressig ist. Ein Böller-Verbot gibt es sogar schon in einigen Städten. In Peking und Paris zum Beispiel - um die Luft nicht zusätzlich zu belasten.

Auch in Deutschland gibt es Städte, wo auf das private Feuerwerk verzichtet werden muss. In der Altstadt von Tübingen zum Beispiel. Dort hat eine Rakete vor ein paar Jahren ein historisches Gebäude zerstört.