Ende Februar soll es endlich einen Neuanfang bei der Fifa geben. Aber wer soll den Job des Präsidenten nach Sepp Blatter ausüben? Die Bewerbungsfrist ist gerade abgelaufen und auf den letzten Drücker hat ausgerechnet Franz Beckenbauer einen neuen Kandidaten ins Spiel gebracht.

Die deutsche Fußballlegende Franz Beckenbauer ist ins Visier der Ermittler um die möglicherweise gekaufte Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland 2006 geraten und ist befragt worden. Es sei kein Schmiergeld geflossen, erklärt er gemeinsam mit dem DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach. Die 6,7 Millionen Euro an die Fifa seien gezahlt worden, um im Gegenzug 170 Millionen Euro zu erhalten. Die Fifa bestreitet das.

Der Beckenbauer-Favorit: Tokyo Sexwale

Mitten in die Querelen um schwarze Kassen und unquittierte Überweisungen kommt nun das Ende der Bewerbungsfrist um die Fifa-Präsidentschaft. Wer wird der neue Chef des Weltfußballs? Franz Beckenbauer selbst hat einen Kandidaten in Stellung gebracht: Tokyo Sexwale. Er hat mit Nelson Mandela in Südafrika für die Rechte der Schwarzen gekämpft, saß im Gefängnis und ist heute steinreicher Geschäftsmann.

"Deswegen ist er mir eingefallen: Weil er sehr intelligent ist und das Netzwerk hat. Er hat so schon den Geruch der Neutralität."
Franz Beckenbauer über Tokyo Sexwale

Richtig unabhängig ist aber keiner der Spitzenkandidaten, sie alle sind irgendwie im Fußball verästelt. Das sind die Kandidaten, diese acht Männer wollen Sepp Blatter beerben:

  • Gianni Infantino, Uefa-Generalsekretär
  • Michel Platini, Uefa-Präsident (gerade suspendiert)
  • Salman bin Ibrahim al-Khalifa, Präsident des Asiatischen Fußballverbandes
  • Ali bin Al Hussein, Präsident des Jordanischen und des Westasiatischen Fußballverbandes
  • David Nakhid, Fußballtrainer und Ex-Nationalspieler von Trinidad und Tobago
  • Jérôme Champagne, Fußball-Berater und ehemaliger Fifa-Generalsekretär
  • Tokyo Sexwale, Politiker, Geschäftsmann, Mitglied vom Organisationskomitee der WM 2010
  • Musa Bility, Verbandspräsident in Liberia

Sebastian Rudde aus der DRadio-Wissen-Sportredaktion urteilt: "Da ist kein Kandidat bei, von dem man sagen würde: Der kann das Fifa-System 'Sepp Blatter' wirklich umkrempeln."

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