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Fast jeder und jede vierte Wahlberechtigte weiß einige Tage vor der Wahl noch nicht, wo er oder sie die zwei Kreuzchen setzen wird. Die Kandidierenden der Parteien versuchen deshalb auch jetzt noch, ordentlich etwas zu reißen. Doch eigentlich können sie so kurz vorher nur noch hoffen, meint Politikberater Johannes Hillje.

Am Freitag vor der Wahl geben die Parteien noch einmal alles: Die Social-Media-Kanäle werden befeuert und Abschlusskundgebungen gehalten. Denn am Samstag vor der Wahl ist endgültig Schluss mit Wahlkampf. Dann dürfen nur noch Wahlkampfhelferinnen und -helfer unterwegs sein.

"Die Argumente sind auf dem Tisch. Die Menschen wissen, für was die Parteien und die Kanzlerkandidat*innen stehen. Die letzte Meile der Meinungsbildung findet deshalb eher im Privaten statt."
Johannes Hillje, Politikberater und Autor

Zwar sind noch nicht alle Wahlberechtigten entschieden – sie wissen aber, wofür die Parteien und die Kandidierenden stehen, sagt Politikberater Johannes Hiilje. Die Meinungsbildung finde in den Tagen vor dem Wahltag dann eher im Privaten statt.

Wahlentscheidung: Sympathie spielt eine wichtige Rolle

Bei der letzten Bundestagswahl 2017 hat es laut Hillje für die Wechselwählenden zwei ausschlaggebende Faktoren für ihre letztendliche Entscheidung gegeben: zum einen, welche Problemlösungskompetenzen sie den einzelnen Parteien in bestimmten Themenfeldern zugestanden haben, und zum anderen, wie sie die Spitzenkandidierenden bewertet haben.

Dabei spiele die Sympathie eine entscheidende Rolle. Der Experte meint: Nach 16 Jahren Angela Merkel wird es bei der diesjährigen Bundestagswahl vor allem auf den Personenfaktor ankommen.

"Strategisches Wählen ist in diesem Jahr besonders schwierig, da es so viele Koalitionsmöglichkeiten gibt."
Johannes Hillje, Politikberater und Autor

Die einen geben ihre Stimme der Partei, die sie inhaltlich am meisten überzeugt, andere Wählende wählen "strategisch". Die Entscheidung fällt dieses Jahr auch nicht gerade leicht. Es gibt so viele Koalitionsmöglichkeiten, dass Wählende nicht wissen können, wer nach der Wahl am wahrscheinlichsten regiert, sagt Johannes Hillje.

Umfragen beeinflussen Wahlunentschlossene

Neben dem privaten Umfeld sind es in den letzten Tagen auch Umfragen, die Wahlunentschlossene vor allem beeinflussen. So kommt es, dass die Umfragen öfter mal ein anderes Ergebnis prophezeien, als schlussendlich herauskommt. So sahen die Umfragen die FDP 2013 noch die 5-Prozent-Hürde überspringen – daraus wurde dann aber doch nichts.