Tonnenweise tote Fische sind in Hamburg eingesammelt worden. Der Grund dafür: Hitze und Trockenheit. Und das Fischsterben geht weiter, nicht nur in Hamburg, sondern in ganz Deutschland. 

Schuld am Sterben der Fische sei die niedrige Sauerstoffkonzentration in den Gewässern, sagt Björn Marzahn von der Behörde für Umwelt und Energie in Hamburg. Die Hitze sorge dafür, dass der Sauerstoffgehalt in den Gewässern so drastisch sinkt, dass die Fische verenden. 

Sieben Tonnen toter Fisch in Hamburg

Seine Behörde habe am 28. Juli 2018 eine Leitstelle eingerichtet, die sich um den Abtransport der Fische kümmere. Insgesamt seien das seither sieben Tonnen gewesen, die geborgen, abtransportiert und in den städtischen Müllverbrennungsanlagen vernichtet worden seien. Damit tote Fische schnell abtransportiert werden können, hat die Behörde für Umwelt und Energie in Hamburg auch ein Bürgertelefon eingerichtet. Denn: Je länger die Fische tot in den Gewässern treiben, desto größer wird der Verwesungsgeruch. Dazu kommen Verwesungsgifte, die in die Gewässer gelangen und dann die Wasservögel gefährden können. 

01.08.2018, Niedersachsen, Greetsiel: Eine tote Brasse liegt am Ufer des Kutterhafens im ostfriesischen Fischerdorf. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa
© dpa
Eine tote Brasse liegt am Ufer des Kutterhafens im ostfriesischen Fischerdorf.

Betroffen seien alle Fischarten und –größen. Auch die Brasse sei darunter, eine Art, die in stillen Gewässern lebe und die mit geringen Sauerstoffkonzentrationen auskomme. Auch sie sei zu Tausenden verendet. 

Es lässt sich kaum etwas tun

Möglichkeiten, das Fischsterben zu mildern, gebe es nicht, so Björn Marzahn, da es keine geeigneten Möglichkeiten gebe, die sehr großen Gewässer in Hamburg mit Sauerstoff anzureichern. Im Gegenteil, in den Gewässern installierte Pumpen würden die Ausgangssituation eher verschlechtern. 

Ob das Ökosystem das große Fischsterben in diesen Mengen verkraften werde, sei bisher noch unklar, schätzt Björn Marzahn die Situation ab. Zwar sei der Bestand bisher noch nicht gefährdet, aber die Verluste seien massiv. Er zählt auf Berichte von Anglern in den kommenden Wochen und Monaten, um genauer abschätzen zu können, wie stark der Bestand gelitten hat. 

"Wir werden die Berichte der Angler abwarten müssen in den kommenden Wochen und Monaten, wie weit der Bestand sich wirklich reduziert hat."
Björn Marzahn

Sollte sich der Fischbestand tatsächlich massiv verringert haben, müssten kleine Fische in die Gewässer eingesetzt werden, um die Bestände aufzufüllen.

Tote Fische schwimmen an der Fuhlsbütteler Schleuse in der Alster.
© dpa
Tote Fische schwimmen an der Fuhlsbütteler Schleuse in der Alster.

Regen würde die Situation deutlich verschlimmern 

Regen sei verheerend, so Björn Marzahn. Denn er schwemmt organische Stoffe aus den Uferzonen in die Gewässer, die zunächst auch erst wieder aufgezehrt werden müssen. Und auch das kostet Sauerstoff. 

Die aktuelle Sauerstoffkonzentration in der Alster betrage zwei Milligramm pro Liter. Ab vier Milligramm pro Liter werde es kritisch für Fische.  Regelmäßig erreichten einige Gewässer in Hamburg derzeit die so genannte die Todeszone, die bei einem Milligramm pro Liter liegt. Für die Fische bedeute diese niedrige Sauerstoffkonzentration eine enorme Stresssituation. Und aktuell zeichne sich auch nicht ab, dass sich die Lage verbessert.