Weil viele User zu faul sind, ihre Fotos bei Flickr zu taggen, macht Flickr das jetzt automatisch. Dabei kommt es allerdings zu rassistischen Ergebnissen.

Wie genau das aussieht, könnt ihr euch bei diesem Bild anschauen: William ist ein afroamerikanischer US-Amerikaner. In der Tagliste bei Flickr stehen so Schlagworte wie "people", "love", "blackandwhite" und "Tier". Ein anderes Beispiel sind Fotos der Eingänge zu den KZs in Dachau und Auschwitz. Hier wurden per automatischem Tagging die Schlagworte "Sport" und "Klettergerüst" hinzugefügt. Hier hat übrigens der Guardian darüber berichtet. Auch die Süddeutsche Zeitung hat sich dem Thema gewidmet.

An den Schlagworten schrauben

Der Konzern Yahoo, zu dem Flickr ja gehört, ließ verlauten, dass er die Problematik erkannt habe und an einer Lösung arbeite. Im Hintergrund haben Programmierer auch schon an den Schlagworten geschraubt: Affe findet sich unter den Porträts von Schwarzen - zumindest bei denen, die in der Diskussion sind - nicht mehr. Womöglich wurde das Schlagwort ganz aus der Liste genommen.

Als erstes haben natürlich die Flickr-User das Problem erkannt: Seit der Freischaltung des Auto-Tagging Anfang Mai kamen schon 2500 Kommentare zusammen. Die meisten davon waren negativ, weil sie mit den Schlagworten nicht einverstanden waren.

Flickr steht nicht alleine da

Ähnliche Fälle wie den von Flickr gibt es im Netz immer wieder:

  • Wer in letzter Zeit bei Google Suchanfragen mit dem Wort "Nigger" gestartet hat, bekam als Treffer auf Google Maps häufig das Weiße Haus. Ein Google-Sprecher hat dafür gestern um Entschuldigung gebeten
  • Im Jahresrückblick bei Facebook haben sich viele User darüber beschwert, dass sie auf einmal die Fotos verstorbener Verwandter oder Freunde präsentiert bekamen – unter der Überschrift "So war Dein Jahr"