Dichtgemacht. Mazedonien schließt für einige Stunden die Grenze zu Griechenland. Die Flüchtlinge sitzen dann einfach fest. Jetzt läuft der Grenzverkehr wieder, sagt der Journalist Ruprecht Waldmüller. Doch die Probleme bleiben.

Die sogenannte Balkanroute für Flüchtlinge führt von Griechenland nach Mazedonien über Serbien nach Mitteleuropa. Die Menschen, die über diese Strecke kommen, wollen möglichst schnell die Länder passieren, um dann in Österreich, Deutschland oder anderen EU-Ländern ihr Recht auf Asyl geltend zu machen. Zurzeit lässt Mazedonien ohnehin nur noch Flüchtlinge durch, die sagen, dass sie nach Deutschland oder Österreich wollen. Doch gestern Abend (27.01.2016) machte das Land die Grenze zu Griechenland dicht.

Grenze dicht, Flüchtlinge sitzen fest

Der Grund dafür ist vermutlich ein "Rückstau" auf der Balkanroute gewesen. Zunächst habe wohl Serbien seine Grenze geschlossen, dann Mazedonien, so Rupert Waldmüller. Der Reporter vom Bayerischen Rundfunk war bis vor Kurzem an der mazedonisch-griechischen Grenze unterwegs. Die Regierung Mazedoniens hatte Angst, dass sonst Tausende von Flüchtlingen im eigenen Land festsitzen. Inzwischen ist die Grenze wieder geöffnet.

"Die Flüchtlinge wollen so schnell wie möglich über die Route durch die Balkanländer nach Mitteleuropa."
Journalist Rupert Waldmüller

Die Situation entlang der Grenze sei mittlerweile gut organisiert. "Man hat Übung", sagt Waldmüller. Momentan kommen täglich zwischen 2000 und 3000 Flüchtlinge. Im Sommer 2015 waren es teils 13.000 Menschen pro Tag. Die Flüchtlinge werden auf der mazedonischen Seite registriert und dann mit dem Zug direkt zur Grenze nach Serbien gebracht.

Auch auf der griechischen Seite, ein paar Hundert Meter davor, werden die Flüchtlinge registriert - dort dann bei der Ausreise. Griechenland reagiert damit auf den Druck der EU-Kommission. Die fordert, das Land soll seine Grenzen besser schützen. Hilfsorganisationen bewerten die Kontrolle bei der Ausreise aus Griechenland aber eher als politischen Aktivismus. Denn direkt im Anschluss wiederholen die mazedonischen Grenzer ohnehin das Prozedere.