Viele wollen helfen, wissen aber nicht wie. Conny hat einen Weg gefunden und begleitet die achtjährige Medina ins Schwimmbad und bei den Hausaufgaben.

Seit einem Jahr ist Conny Nutsch die Patin für Medina. Ihre Eltern sind aus dem Kosovo geflohen. Einmal in der Woche treffen sie sich und unternehmen etwas zusammen. Im Sommer waren die beiden oft im Schwimmbad und Conny hat Medina schwimmen beigebracht.

Organisiert wird die Patenschaft von der Kölner Freiwilligen Agentur und dem Kölner Flüchtlingsrat. Offiziell ist das Ziel der Patenschaft, den Kindern dabei zu helfen, besser Deutsch zu lernen und aus den Seiteneinsteiger- in die Regelklassen wechseln zu können. Doch neben Hausaufgabenbetreuung und Deutsch pauken, sind für das Mädchen auch ganz andere Dinge wichtig.

Conny Nutsch ist Flüchtlingspatin im Gespräch mit Thilo Jahn
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Die Flüchtlingspatin Conny Nutsch im Gespräch mit DRadio-Wissen-Moderator Thilo Jahn
"Wir haben schnell gemerkt, dass auch andere Dinge im Mittelpunkt stehen sollten, wie eben den Kindern eine schöne Zeit zu ermöglichen, Bindung aufzubauen und Freundschaften zu schließen, Menschen kennenzulernen."
Conny Nutsch, Flüchtlingspatin

Im Schnitt verbringt Conny mit Medina drei bis fünf Stunden. Manchmal bleiben sie aber auch einen ganz Tang lang zusammen im Schwimmbad oder sie verbringen nur den Donnerstagnachmittag zusammen. Bei Medina zu Hause habe die Mutter auch immer viele Fragen oder erzähle von ihrer Flucht. Sie war anfangs auch die Sprachmittlerin zwischen Conny und Medina, denn die beiden unterhalten sich nur auf Deutsch.

"Ich nehme von der Familie und von den Menschen, die ich da kennenlerne, ganz viel mit. Man lernt viel über sich selbst und über diese Menschen."
Conny Nutsch, Flüchtlingspatin

Theoretisch wäre es wünschenswert, dass Conny mehr Zeit mit Medina verbringt, doch ihre Berufstätigkeit lässt das nicht zu. Für Medina da zu sein, ist ihr aber sehr wichtig. Es gäbe ihr ein gutes Gefühl, weil sie einen Beitrag leisten könne gegen eine Ungerechtigkeit, die herrsche. "Ich habe über das Jahr das Gefühl gehabt, die Persönlichkeit von ihr entwickelt sich", sagt Conny, "und man hilft ihr, auch in Zukunft Dinge auf eine positive Art und Weise anzugehen."

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