Wenn in Deutschland ein Flugzeug abstürzt, ermittelt Jens Friedemann von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung die Absturzursache.

Wenn ein Flugzeug verunglückt, liegt die Federführung der Ermittlungen immer bei dem Land, in dem die Maschine abgestürzt ist. Darum sind es auch französische Behörden, die sich im Fall der Germanwingsmaschine um die Ermittlung der Unfallursache und um die Auswertung der Blackbox kümmern. Sobald Deutsche bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommen, wird auch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig aktiv. Sie arbeitet im aktuellen Fall eng mit den französischen Behörden zusammen.

Möglichst viele Daten sammeln

In den vergangenen Tagen hat Jens Friedemann zusammen mit französischen Kollegen an der Unfallstelle in den Alpen gearbeitet. Entscheidende Fragen sind: Sind alle wichtigen Wrackteile gefunden? Sind die Recorder geborgen? An der Unfallstelle wird gemessen, Daten über Wetterbedingungen, über das Gelände und über beteiligte Personen müssen zusammengetragen werden, Zeugen werden befragt, es geht darum möglichst viele Fakten zu sammeln.

"Wir streben an, dass wir universell einsetzbar sind."
Jens Friedemann, Mitarbeiter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung

Im aktuellen Fall, um die Germanwings-Maschine ergab sich bereits durch die Analyse der Voice-Recorder und des Flugdatenschreibers die Annahme, dass der Co-Pilot die Maschine bewusst zum Absturz gebracht hat. Dadurch fallen für Ermittler wie Jens Friedemann bestimmte Routine-Untersuchungen, die sehr ins Detail gehen, weg. Anders ist es bei Flugzeugabstürzen, bei denen die Ursache lange im Unklaren liegt. Manchmal wird dann sogar ein komplettes Flugzeug mit seinen Wrackteilen rekonstruiert.

Portrait von Jens Friedemann
© dpa
Jens Friedemann arbeitet für die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig.

Jens Friedemann

Jens Friedemann ist einer der erfahrensten Ermittler der BFU und hat schon an unzähligen Flugunfalluntersuchungen mitgearbeitet.