Die Förderungen für Elektroautos wurden gerade erhöht: Wer sich einen Wagen mit einem Listenpreis bis 40.000 Euro kauft, bekommt 6.000 Euro Zuschuss von der Bundesregierung. Wird es dadurch für umweltbewusste Menschen realistischer, sich ein E-Auto anzuschaffen?

Weil E-Autos immer noch deutlich teurer sind als Verbrenner, waren sie für viele – etwa für Berufseinsteiger, Studierende oder Azubis – bisher nicht wirklich sinnvoll. Klimafreundlicher leben, aber trotzdem flexibel mobil sein. Geht das jetzt?

Gerade mal sieben Prozent

So wirklich weit verbreitet sind die E-Autos in Deutschland bisher noch nicht, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter David Zajonz. Bei den Neuzulassungen kommen E-Autos und Plug-in-Hybridfahrzeuge insgesamt auf gerade mal etwa sieben Prozent.

Die Kaufprämie könnte den Verkauf in Deutschland jetzt allerdings kräftig ankurbeln: Durch die Prämie könnten 40.000 E-Autos mehr gekauft werden als sonst in diesem Jahr, schätzt die Wirtschaftsberatungsfirma Deloitte. Das wären dann bis zu 200.000 E- und Hybridautos, während der Absatz von Verbrennern gleichzeitig eher zurückgehen wird.

Bis zu 9000 Euro Zuschuss

Bei E-Autos bis 40.000 Euro schießt der Staat 6.000 Euro zu. Diesen sogenannten Umweltbonus gab es schon vor Corona, der Zuschuss vom Staat wurde jetzt allerdings nochmal deutlich erhöht. Dazu kommt noch ein Rabatt vom Hersteller. Macht insgesamt bis zu 9.000 Euro. Das Ganze gilt bis Ende 2021.

"Die Förderung ist wirklich fett. Kleinere E-Autos gibts dadurch häufig neu schon für unter 20.000 Euro."
David Zajonz, Deutschlandfunk Nova

Außerdem wird ja vom 01.07. bis 31.12.2020 auch die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent gesenkt – eine weitere Maßnahme des Konjunkturpakets. Dadurch soll alles billiger werden, E-Autos eingeschlossen.

Kritikpunkte, die gegen ein E-Auto sprechen, sind trotzdem nach wie vor die folgenden:

  • Aufladen dauert länger als Tanken
  • Fehlende Ladeinfrastruktur – vor allem auf dem Land
  • Geringere Reichweite als ein Diesel oder Benziner

Viele E-Autos kommen inzwischen aber schon auf 300 bis 400 Kilometer, das reiche für die meisten Autofahrer locker, sagt der ADAC.

"Der Durchschnittsautofahrer fährt unter 40 Kilometer am Tag zur Arbeit und zurück. Da reicht das Elektro-Auto vollkommen aus, um eben lokal-emissionsfrei unterwegs zu sein."
Christian Buric, ADAC

Der problematischste Punkt ist die bisher noch unbefriedigende Ladeinfrastruktur, gerade in ländlichen Regionen, sagt David Zajonz. In vielen Fällen brauche man deshalb einen Stellplatz mit Lademöglichkeit zu Hause oder auf der Arbeit.

Ausbau der E-Tankstellen geht voran

Der Ausbau von E-Zapfsäulen wird aber vorangetrieben. Große Bürogebäude oder Tankstellen müssen zum Beispiel künftig Lademöglichkeiten anbieten, plant die Bundesregierung. Christian Buric vom ADAC hält das für einen wichtigen Schritt, damit die Menschen ihre "Reichweitenangst" verlieren.

"Die Reichweitenangst liegt meines Erachtens eher an der Ladeinfrastruktur als am Auto direkt."
Christian Buric, ADAC

Wenn man jetzt die üppige Förderung nehme und dann noch mit einberechne, was sich an laufenden Kosten sparen lässt, könne einen das E-Auto durchaus günstiger kommen als ein Verbrenner, sagt unser Reporter.

  • Strom ist insgesamt billiger als Diesel oder Benzin
  • Ein E-Auto hat weniger Teile, wodurch sich Wartungskosten sparen lassen

Den Umweltbonus soll es unter Umständen auch für gebrauchte E-Autos geben. Wer also wenig Geld ausgeben möchte, kann ggf. auch dort fündig werden.

Umweltfreundlich ja – aber es geht noch mehr

Unter dem Strich sind E-Autos nachweislich umweltfreundlicher als Verbrenner. Es kann zwar theoretisch Atom- oder Kohlestrom drinstecken. Doch insgesamt wird der Strom grüner, etwa die Hälfte kommt inzwischen aus erneuerbaren Energien.

Ein großes Problem sind allerdings nach wie vor die Batterien. Sie halten inzwischen zwar deutlich länger als früher, teilweise bis zu 20 Jahre. Doch ihre Herstellung verschlingt viel Energie und Rohstoffe. Wenn es hier mehr Recycling geben würde, wäre die Ökobilanz von E-Autos noch deutlich besser, sagt David Zajonz.

Alternative: Leasen

Für alle, die sich nicht ganz entscheiden können hat Christian Buric vom ADAC noch einen Tipp: Einfach ein E-Auto leasen.

"Wer least, hat dann nur noch die Stromkosten. Und in die Leasingraten wird die Förderung auch eingerechnet."
Christian Buric, ADAC