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Tonnenweise hat sich radioaktives Wasser im japanischen Fukushima angesammelt. Ganz langsam und wiederaufbereitet soll es ins Meer geleitet werden. Kein Grund zur Beunruhigung, findet Thorsten Stahl von der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS)

Kontaminiertes Wasser aus dem zerstörten Atomkraftwerk Fukushima soll in den kommenden Jahren ins Meer abgelassen werden. Damit möchte die japanische Regierung 2023 beginnen. Der Energiekonzerns Tepco geht davon aus, dass bereits im Jahr 2022 die aktuell vorhandenen Speicher für 1,37 Millionen Tonnen kontaminierten Wassers vollgelaufen sein werden.

Das Wasser müsse erneut gefiltert und verdünnt werden, um schädliche Isotope zu entfernen und internationalen Standards zu entsprechen. Die Einleitung des Wassers ins Meer soll über Jahrzehnte gestreckt werden. Hauptsächlich ist es mit Tritium belastet, aber nicht nur das, sagt Thorsten Stahl.

"Das Wasser enthält noch andere Radionukleide, beispielsweise Teile von Strontium, Cäsium. Das muss vor einer Ableitung entfernt werden."
Thorsten Stahl, Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit

Tritium lasse sich aus diesen Mengen belasteten Wassers nicht herausfiltern. Das Herausfiltern dieses Elements funktioniere im Labormaßstab, aber eben nicht bei mehr als einer Million Tonnen Flüssigkeit.

Außerhalb des Körpers unbedenklich

Grundsätzlich sei der Stoff mit einer Halbwertszeit von 12,3 Jahren außerhalb des menschlichen Körpers recht unbedenklich. Im Körper allerdings, etwa nach dem Verschlucken, gehe von Tritium eine gewisse Gefährlichkeit aus.

"Die Tritium-Elektronen, die ausgesendet werden sind so energiearm, dass sie beispielsweise die äußere Hautschicht nicht durchdringen können."
Thorsten Stahl, Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit

Die Internationale Atomenergiebehörde hat das geplante Ablassen der aufbereiteten strahlenbelasteten Abwässer bereits gebilligt. Kritik an dem Verfahren wurden aus der japanischen Fischerei, seitens der japanischen Bevölkerung und benachbarter Staaten laut.

Im April 2011 unmittelbar nach der Nuklearkatastrophe in Fukushima hatte Tepco bereits nach eigenen Angaben rund 10.000 Tonnen leicht radioaktiv-belasteten Wassers ins Meer geleitet.