Ein wichtiges Qualifikationsspiel zwischen dem Iran und Jordanien endet 4:2. Jordanien bezichtigte daraufhin die iranische Torhüterin ein Mann zu sein.

Die iranische Frauen-Fußballnationmannschaft hat in der vergangenen Woche die jordanische Mannschaft in einem Qualifikationsspiel um die Teilnahme an der Fußball-Asienmeisterschaft der Frauen besiegt. Jordanien ist daraufhin aus dem Wettbewerb ausgeschieden.

Es war ein ziemliches spannendes Spiel, sagt unsere Korrespondentin Karin Senz, die Torhüterin habe beim Elfmeterschießen gegen Ende des Matches zum Sieg beigetragen, weil sie zwei Torschüsse pariert habe.

Ein wichtiges Spiel, das vielleicht sogar der Beginn eines neuen Kapitels des Frauenfußballs im Iran sei, so der iranische Sportminister.

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Schwere Anschuldigungen gegen iranische Torhüterin nach dem Match

Nach dem Match äußerte Jordanien schwere Anschuldigungen: Die iranische Torhüterin Zohreh Koudaei sei möglicherweise ein Mann, wird vermutet. Die Torhüterin wies diese Behauptungen bereits zurück.

Jordanien forderte eine Geschlechtsüberprüfung. Der Iran hat dazu verlauten lassen, dass es Untersuchungsergebnisse gebe, die beweisen, dass die Sportlerin eine Frau ist.

"Im Iran hat es geheißen, wir weisen solche Vorwürfe zurück. Wir haben die Spielerinnen hormonell untersucht."
Karin Senz, Korrespondentin

Ähnliche Vorwürfe gab es bereits vor einigen Jahren, berichtet unsere Korrespondentin Karin Senz. Acht Spielerinnen der iranischen Frauen-Fußballnationalmannschaft wurden als Männer identifiziert. Der Iran hatte das damals so begründet, dass es sich bei diesen Spielerinnen um trans Frauen vor der Geschlechtsumwandlung handele.

"Fußball spielen vor allem Mädchen aus der mittleren Unterschicht und vor allem diejenigen, die auch wirklich durchsetzungsfähiger sind."
Karin Senz, Korrespondentin

Der Reiz für iranische Frauen, Fußball zu spielen, bestehe darin, dass es für sie in ihrem Land lange Zeit verboten war, sagt unsere Korrespondentin Karin Senz. Insgesamt über eine Dauer von 14 Jahre im Anschluss an die iranische Revolution.

1992 hat sich das geändert, in der Halle durften auch Frauen wieder Fußball spielen und seit 2007 gibt nun auch schon eine Frauenfußball-Liga.

Ein Hijab und Kleidung, die die Haut bedeckt, sind Pflicht

Zwar ist es für iranische Frauen heutzutage nicht mehr verboten, Fußball zu spielen, gewisse Vorgaben gilt es für sie aber einzuhalten. Wenn die Fußballerinnen aufs Feld gehen, müssen sie einen Hijab über das Haar ziehen und Trikots tragen, die Arme und Beine bedecken.

In den letzten zehn Jahren sind im Iran immer mehr Schulen hinzugekommen, in denen auch Mädchen das Fußballspielen lernen können, sagt unsere Korrespondentin Karin Senz.