Bei der Mannschaftsaufstellung mitreden - welcher Fußballfan wünscht sich das nicht. Beim FC Inter Dragon ist das Alltag: Vor jedem Spiel bestimmt die Social-Media-Fancommunity, wer auf dem Platz steht.

Der Trainer macht einen Vorschlag und dann haben die Fans bis drei Stunden vor dem Spiel Zeit, darüber zu diskutieren, die Aufstellung der Spieler zu ändern - und damit auch die Taktik. Am Schluss wird via Social Media abgestimmt und dann läuft die Mannschaft genau so auf, wie es der Fan will. Ohne Witz, quasi ein Realität gewordenes Managerspiel.

Ausgedacht haben sich dieses Konzept die Verantwortlichen des FC Inter Dragon, der erst im Sommer 2015 gegründet wurde und in der Kreisklasse A des Kreisfußballverbandes Schleswig-Flensburg spielt - aktuell auf Platz 5. Die Fans haben also offenbar durchaus Ahnung von Fußball, sagt der Vereinsvorsitzende André Bistram: "Unsere Fans haben immer wieder bewiesen, dass sie für eine Überraschung gut sind."

"Wir haben sogar Fans aus Thailand oder Australien."
André Bistram, 1. Vorsitzender beim FC Inter Dragon

Mehrere tausend Fans stimmen pro Spieltag mittlerweile ab, erzählt André Bistram, der früher selbst Profi beim FC Schalke war. Da könne es auch nicht mehr zu Ungerechtigkeiten durch bestimmte Freundescliquen kommen - so dass zum Beispiel immer nur die Spieler mit den größten Freundeskreisen in der Community auf dem Platz stehen.

Vorteil für die Spieler

Die Idee für dieses interaktive Konzept kam während der letzten Fußballweltmeisterschaft, erzählt André Bistram: Da habe auf einmal ganz Deutschland tagelang über die richtige Taktik für das Spiel Deutschland gegen Frankreich diskutiert. Demnächst sollen die FC Inter Dragon Fans auch bei Spielertransfers mitreden dürfen.

Der eigentliche Trainer darf jedoch auch noch ein bisschen mitreden: Zur Halbzeit kann er eigenständig auswechseln - muss seine Entscheidung danach allerdings vor der Community rechtfertigen. Für die Spieler sei die Einbindung der Fans eher ein Vorteil, sagt André Bistram: Da nicht nur einer allein über die Aufstellung entscheidet, sei die Chance größer, zum Einsatz zu kommen.