Die Musik beginnt. Plötzlich stellen sich einem die Nackenhaare auf, und ein Schauer jagt einem den Rücken runter. Wenn das passiert, kann es ein Indiz dafür sein, dass wir Fantasie haben und offen für Neues sind.

Gut die Hälfte aller Menschen kennt das Gefühl, wenn einem der Schauer den Rücken herunter läuft. Mehrere Studien in den USA haben gezeigt, dass Menschen mit besonderen Persönlichkeitseigenschaften eher dazu neigen, Gänsehaut zu bekommen, wenn sie bestimmte Musik hören oder ein Kunstwerk sehen. Dazu gehören vor allem Personen, die offen für neue Erfahrungen sind, eine große Vorstellungskraft besitzen und sich intensiv mit neuen Dingen und Gefühlen auseinandersetzen.

Weil wir Gänsehaut-Leute gut darin sind, uns vorzustellen, wie ein Stück weitergeht, reagieren wir stark auf unerwartete Brüche. Das heißt, wenn es dann Steigerungen gibt oder Tempi-Wechsel, dann ist Gänsehaut-Alarm."
Aglaia Dane, DRadio Wissen

Für die Gänsehaut ist es nicht so wichtig, dass man eine besondere Beziehung zu einem Stück oder zu Musik im Allgemeinen hat, es ist eher die Persönlichkeit.

Forscher der Eastern Washington University haben mit den Menschen Persönlichkeitstests gemacht, die von sich angeben, das Gänsehautgefühl zu bekommen. Bei einem Merkmal war die Übereinstimmung besonders groß: Kognitive Offenheit. Menschen mit diesem Persönlichkeitsmerkmal beschäftigen sich gerne intellektuell mit neuen Dingen und haben eine große Vorstellungskraft und Phantasie.

Die Forscher haben Sequenzen, die eine Gänsehaut erzeugen, in ganz verschiedenen Stücken gefunden. Bei Bach, bei Chopin und auch bei Filmmusik. Letzteres liegt nahe, weil hier die Musik bewusst eingesetzt wird, um die Gefühle zu verstärken, die auf der Leinwand dargestellt werden.

Eine Gänsehaut-Song-Sammlung: