Es kommt in der Uckermark vor aber auch in Mecklenburg-Vorpommern und anderswo: Die Horste von Steinadlern sind plötzlich zerstört. Grund dafür könnten Landbesitzer sein, die ihr Land an die Betreiber von Windkraftanlagen verpachten möchten. Das geht allerdings nicht, wenn dort Steinadler nisten.

Bernd-Ulrich Meyburg gilt als einer der Adler-Spezialisten Deutschlands. Seine Beobachtung: In letzter Zeit werden zunehmend Adlerhorste zerstört. Betroffen sind nicht nur leere Horste, in denen ein Adlerpaar brüten könnte, sondern auch solche, in denen schon Jungvögel nisten. Besonders auffällig sind Angriffe auf die Horste in der Uckermark in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

"Ich könnte keinen Fall nennen, wo schon mal jemand erwischt worden ist."
Bernd-Ulrich Meyburg, Ornithologe beim Naturschutzbund Deutschland

Meyburg vermutet, hinter den Angriffen auf die Horste stehen Landbesitzer, die ihre Flächen an Betreiber von Windkraftanlagen verpachten wollen. Denn Adlerhorste sind geschützt, und in ihrer direkten Nähe dürfen keine Windräder gebaut werden.

Nun könnte man die Sichtweise vertreten, dass der Ausbau erneuerbarer Energien wichtiger ist als der Schutz von Adlern und die Vögel sich woanders niederlassen sollen. Diese Rechnung geht aber nicht auf.

Nichts erreicht außer Zerstörung

Denn erstens haben Adler oft nah gelegene Ersatzhorste, auf die sie ausweichen können, und zweitens: Selbst, wenn auch diese beseitigt würden, dürften immer noch keine Windräder gebaut werden. In Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel gilt eine Schutzfrist von zehn Jahren nach Sichtung des letzten Adlerhorstes.

Greift also jemand Adlerhorste an, erreicht er nichts - außer einer Gefährdung des Adlerbestands in der Gegend und in ganz Deutschland.