Ein Haus sanieren, umbauen und finanzieren, das ist allein kaum zu schaffen. Tanita, 27, hatte allerdings keine Wahl, denn ihr Freund hat sich in dieser Zeit von ihr getrennt. Das brachte ihr eine Menge Verantwortung, aber auch den Weg zu sich selbst.

Es war ihr gemeinsamer Traum: Das Haus, das Tanita von ihrem Opa geerbt hat, nach eigenen Vorstellungen gemeinsam zu sanieren. Ihr Freund ist Handwerker und will sich nicht nur mit viel Expertise, sondern auch mit großer Leidenschaft in das Projekt stürzen. Doch als das Gebäude komplett entkernt ist und nur darauf wartet neue Wasserleitungen, Elektrik, Fenster und Türen zu bekommen, trennen sich Tanita und ihr Freund. Das reißt ihr für einen Moment den Boden unter den Füßen weg. Plötzlich steht sie alleine da mit dem Haus-Projekt.

"Es war unser gemeinsames Projekt und dann stand ich allein mit diesem riesigen Objekt da. So ist ein Traum zerplatzt."
Tanita Hoppe, Hausbesitzerin

Tanita fehlen auf einen Schlag ihre Beziehung, die Bau-Unterstützung und vor allem die Finanzierung. Der gemeinsam abgeschlossene Kredit ist für die 27-Jährige allein nicht bezahlbar und außerdem an die geplante Hochzeit geknüpft gewesen, die drei Monate später hätte stattfinden sollen. Keine Kohle bedeutet für Tanita auch erst mal – die Baustelle steht still und das für ein halbes Jahr.

Alles am Haus erinnert sie an ihren Ex-Freund und ihr gemeinsames Scheitern, deshalb verbringt sie dort ungern Zeit. Doch nach einigen Monaten wird alles einfacher. Langsam beginnt sie, die Trennung zu verarbeiten.

"So lange habe ich auch gebraucht, um mit dem Ausgang der Beziehung klarzukommen. Danach konnte ich langsam davon sprechen, dass ich darüber hinweg bin."
Tanita Hoppe, Hausbesitzerin

Weil die Bank Sicherheiten von Tanita möchte, springen ihre Eltern als Bürgen ein und sichern so die Finanzierung. Sie zahlt den Kredit zwar allein, weiß aber, dass sie im Notfall jemand unterstützt.

Trennung, geplatzte Hochzeit, ungeklärte finanzielle Situation

Allerdings verzichtet sie aus Geldgründen auch auf eine eigene Wohnung und zieht übergangsweise wieder bei ihren Eltern ein. Der Hausumbau geht endlich weiter, doch Tanita muss nun alle Entscheidungen allein treffen. Das ist eine riesen Verantwortung und Chance zugleich.

"Manchmal ist es wirklich nicht so einfach, weil ich ja alles auswählen muss, egal ob das eine Türklinke oder die Duschabtrennung ist. Das sind viele Entscheidungen - aufregend und schön zugleich."
Tanita Hoppe, Hausbesitzerin

Rückblickend kann Tanita gar nicht genau sagen, wieso es überhaupt zu der Trennung kam. In wehmütigen Moment schaut sie zurück und vermisst ihren Ex-Freund, doch eigentlich weiß sie, dass es die richtige Entscheidung war. Denn sie merkt auch, dass sie in der Beziehung nicht zu hundertprozentig sie selbst gewesen ist. So schmerzlich diese Entscheidung auch war, Tanita zieht letztlich auch positive Erkenntnisse daraus.

"Das Haus, die Trennung und die Situation, wie sie jetzt ist, lassen mich nur wachsen."
Tanita Hoppe, Hausbesitzerin